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Psychische Erkrankungen 2018-07-02T12:15:03+00:00

Psychische Erkrankungen

Die Klinik für psychische Erkrankungen wurde 1993 neu gegründet mit dem Ziel, für den Süden von Sachsen-Anhalt, den heutigen Burgenlandkreis, eine regionsbezogene wohnortnahe klinisch-psychiatrische Versorgung aufzubauen.

Die Klinik für psychische Erkrankungen ist zuständig für erwachsene Patienten aus dem Burgenlandkreis, die wegen einer psychischen Erkrankung eine Behandlung im Krankenhaus benötige. Gegenwärtig stehen 95 Betten auf fünf Stationen in Naumburg und 40 Tagesklinikplätze in Naumburg und Zeitz zur Verfügung. Hierzu kommen die Institutsambulanzen und Konsiliardienste an beiden Standorten. So können alle Formen schwerer psychischer Störungen wohnortnah behandelt werden. Nur wenn die Behandlung in der Region erfolgt, kann eine schrittweise Wiedereingliederung in das soziale Umfeld und eine Vernetzung mit ambulanten und komplementären Diensten ermöglicht werden. Unser Ziel ist die Wiedereingliederung in den Alltag und die Teilhabe am sozialen Leben. Dies erreichen wir durch medizinische Behandlung, psychologische Hilfen und soziale Unterstützung.

Die „Therapeutische Gemeinschaft“ bildet den Bezugsrahmen, in dem zwischen Patienten, Angehörigen und Stationsteam Vertrauen wachsen kann. Durch medizinische Behandlung, psychologische Hilfen und soziale Unterstützung soll die Wiedereingliederung in den Alltag und die Teilhabe am sozialen Leben erreicht werden. Der Regionsbezug ermöglicht die Zusammenarbeit mit allen ambulanten und komplementären Diensten des Landkreis.

Wir arbeiten berufsgruppenübergreifend in multiprofessionellen Teams:
Jede psychische Erkrankung erfordert eine an das Krankheitsbild angepasste, individuelle, spezialisierte Behandlung. Dafür stehen aktuell 21 Ärzte darunter neun Fachärzte, mehr als achtzig Pflegekräfte und dreißig weitere Therapeuten zur Verfügung, darunter Psychologen, Sozialpädagoginnen, Beschäftigungs- und Arbeitstherapeuten (Ergotherapeuten), zwei Sportlehrerinnen, eine Kunsttherapeutin und eine Musiktherapeutin.

Psychoonkologischer Dienst
Am Standort Naumburg wurde für krebskranke Patienten ein psychoonkologischer Dienst eingerichtet, der abteilungsübergreifend mit den Kliniken für Chirurgie, für Gynäkologie und für innere Medizin und der Palliativstation zusammenarbeitet. Das Angebot einer spezialisierten psychologischen Beratung und psychotherapeutischen Behandlung soll Patienten und ihren Angehörigen bei der Bewältigung der Krebserkrankung unterstützen und sie während der Behandlung, die manchmal langwierig und belastend sein kann, begleiten.

Mobile psychiatrische Akutbehandlung
Mit diesem Projekt haben wir Neuland betreten: Von einem ambulanten Team, das aus einer Fachärztin, drei Pflegekräften und einer Ergotherapeutin besteht, wird anstelle einer Krankenhaus-Aufnahme eine intensive aufsuchende Behandlung organisiert. Auf diese Weise können einige Patienten trotz Krankenhauseinweisung in ihrer Wohnung bleiben.

Das Behandlungszentrum für psychische Erkrankungen in Zeitz ist eine Außenstelle der Klinik für psychische Erkrankungen (Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik) am Saale-Unstrut Klinikum Naumburg

Hier erfolgt:

  • teilstationäre Behandlung
  • ambulante Behandlung
  • Konsiliardienst

Chefarzt
Priv. Doz. Dr. med. Felix M. Böcker
Nervenarzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Zusatzbezeichnung Geriatrie, Schwerpunkt Forensische Psychiatrie

Ltd. Oberärztin
Dr. med. Andrea Böcker
Nervenärztin, Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin
Zusatzbezeichnung Geriatrie

Oberarzt
Jens-Frieder Mükke
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Das Behandlungszentrum für psychische Erkrankungen am Klinikum Zeitz umfasst die Tagesklinik, die Institutsambulanz und den Konsiliardienst für das Klinikum Zeitz. Die Außenstelle der Klinik für psychische Erkrankungen finden Sie im „Komplementgebäude“ im ersten Obergeschoß

Telefon: (0 34 41) 740-0 (Vermittlung) oder 740 – Nr. der Nebenstelle

Tagesklinik (zuständig für Patienten aus dem Burgenlandkreis östlich der Autobahn A9)
Email:
Tel:     (03441) 740-8710

Oberarzt
Jens-Frieder Mükke

Pflegerische Leitung
Conny Staub
Tel:    (03441) 740-8710

Angehörigengruppe
Jeden ersten Donnerstag im Monat, jeweils 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr, nach telefonischer Anmeldung

LEISTUNGEN

Mit der Bezeichnung „Klinik für psychische Erkrankungen“ wollen wir deutlich machen, dass in unserem Hause unter einem Dach die beiden Fachgebiete „Psychiatrie und Psychotherapie“ sowie „Psychosomatische Medizin“ vertreten sind. Dadurch können bei uns alle psychischen Störungen nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis behandelt werden. An der Konzeptentwicklung, Behandlungsplanung und Supervision sind Fachärzte beider Gebiete beteiligt.

In unserer Klinik werden volljährige Männer und Frauen aus allen Altersgruppen aufgenommen und behandelt.

Organische psychische Störungen

    • Demenz bei Alzheimer-Krankheit
    • Vaskuläre Demenz (bei Störungen der Blutversorgung des Gehirns)
    • Verwirrtheitszustände
    • Psychische Störungen als Folge einer Schädigung des Gehirns

Störungen durch psychotrope Substanzen (Suchterkrankungen)

    • Alkohol, Medikamente, Drogen
    • Schädlicher Gebrauch, Abhängigkeit
    • Rauschzustände, Entzugssyndrome, Delir
    • psychotische Störung, amnestisches Syndrom, hirnorganisches Psychosyndrom

Schizophrenien und wahnhafte Störungen

    • Alle Verlaufsformen der Schizophrenien
    • Anhaltende wahnhafte Störungen
    • Akute vorübergehende psychotische Störungen
    • Schizoaffektive Störungen

Affektive Störungen

    • Hypomanische und manische Episoden
    • Bipolare affektive Störungen (manisch-depressive Erkrankung)
    • Depressive Episoden und wiederkehrende depressive Störungen
    • Anhaltende affektive Störungen

Neurotische Störungen, Belastungsstörungen und somatoforme Störungen

    • Phobien: Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien
    • Panikstörung, generalisierte Angststörung
    • Zwangsstörung (mit Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen)
    • Reaktionen auf schwere Belastungen
      (akute Belastungsreaktion und posttraumatische Belastungsstörung)
    • Konfliktreaktionen und Anpassungsstörungen
    • Dissoziative Störungen und psychogene Körperstörungen
    • Somatoforme Störungen

Essstörungen

    • Anorexie (Magersucht)
    • Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

Persönlichkeitsstörungen

    • Verschiedene Prägnanztypen, darunter die emotional instabile
      Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ

Psychische Störungen bei Intelligenzminderung

Psychische Störungen werden bei uns je nach Schweregrad stationär, teilstationär oder ambulant behandelt. Deshalb verfügt die Klinik nicht nur über 95 stationäre Behandlungsplätze auf fünf Bettenstationen, sondern auch über 40 Tagesklinik-Plätze an zwei Standorten, Konsiliardienst und Institutsambulanz.

Behandlungsformen

  • Vollstationäre Behandlung
  • Teilstationäre (tagesklinische oder nachtklinische) Behandlung
  • Vorstationäre Diagnostik (nach § 115 SGB V)
  • Nachstationäre Behandlung (nach § 115 SGB V)
  • Ambulante Behandlung im Rahmen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Institutsambulanz (§ 118 Abs. 2 SGB V)
  • Ambulante Behandlung von Notfällen
  • Ambulante Behandlung von Selbstzahlern (Sprechstunde des Chefarztes)
  • Konsiliarische Mitbetreuung von Patienten der anderen Fachabteilungen des Krankenhauses

Durch die wohnortnahe Behandlung kann eine schrittweise Wiedereingliederung in das soziale Umfeld und eine Vernetzung mit ambulanten und komplementären Diensten ermöglicht werden. Unser Ziel ist die Wiedereingliederung in den Alltag und die Teilhabe am sozialen Leben. Dies erreichen wir durch medizinische Behandlung, psychologische Hilfen und soziale Unterstützung. Dabei stehen drei Herangehensweisen gleichberechtigt nebeneinander:

  • Medizinische Methoden oder Somatotherapie
  • Psychologische Verfahren oder Psychotherapie
  • Soziale Interventionen oder Soziotherapie

Jede psychische Erkrankung erfordert eine an das Krankheitsbild angepasste, individuelle, spezialisierte Behandlung, an der verschiedene Berufsgruppen beteiligt sind:

  • Ärzte
  • Krankenpflege- und Altenpflegekräfte
  • Diplom-Psychologen und Psychologische Psychotherapeuten
  • Diplom-Sozialpädagoginnen
  • Beschäftigungs- und Arbeitstherapeuten (Ergotherapeuten)
  • Musiktherapeutin, Kunsttherapeutin
  • Sportlehrerinnen und Bewegungstherapeuten
  • Fachpflegekräfte für Psychiatrie

Für die Behandlung der meisten psychischen Störungen hat sich die Kombination von mehreren Methoden als besonders wirksam erwiesen. Damit jeder Patient die für sein Krankheitsbild beste Kombination von Therapiebausteinen erhalten kann, fassen wir die Patienten in stationsübergreifend organisierten störungsspezifischen Gruppen zusammen. So werden Basisgruppen, Intensivgruppen, Suchtgruppen und Seniorengruppen angeboten. Die Teilnahme im Rahmen des Behandlungsplans verordnet der Bezugstherapeut in Absprache mit dem Patienten.

Psychopharmakotherapie

  • Akutbehandlung, Langzeitbehandlung, Rezidivprophylaxe
  • oral, Infusionsbehandlung, Depot-Präparate
  • Einsatz von Neuroleptika, Antidepressiva, Tranquilizern, Lithium und stimmungsstabilisierenden Medikamenten, Antidementiva und anderen je nach Indikation
  • … ergänzt durch eine störungsbezogene Vermittlung wichtiger Informationen zur Therapie

Partieller Schlafentzug

Neuroelektrische Therapie (EKT) in Narkose

Psychotherapie

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Systemische Paar- und Familientherapie
  • … im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans vorwiegend als Gruppentherapie
  • … ggf. unter Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen

Entspannungsverfahren

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung

Erlebensaktivierende Methoden

  • Sozialtherapeutisches Rollenspiel
  • Maltherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie

Ergotherapie

  • Tagesstrukturierende Beschäftigung
  • Kreatives Gestalten
  • Arbeitstherapie

Bewegungstherapie

  • Leistungsgerechte Aktivierung vorwiegend in Gruppen
  • Rückenschule, Bewegungsbad, Konditionierung
  • Therapeutisches Klettern
  • Einzelbehandlung mit allen Methoden der Physiotherapie je nach Indikation

Soziotherapie

  • Soziale Beratung
  • Ermittlung des spezifischen Hilfebedarfs
  • Hausbesuche
  • Vermitteln und Anbahnen weiterführender Hilfen
  • Unterstützung bei Leistungsanträgen
WEITERE INFORMATIONEN

Psychische Erkrankungen hat es in der Geschichte der Menschheit seit jeher gegeben. Die Psychiatrie als Fachgebiet der Medizin ist dagegen erst 200 Jahre alt. Das Wort setzt sich zusammen aus Psyche, dem griechischen Wort für die Seele, und Iatros, dem griechischen Wort für Arzt.

Weltweit versteht man unter Psychiatrie das Fachgebiet der Medizin, das die psychischen Erkrankungen und Störungen erforscht, untersucht und behandelt. Nur in Deutschland haben sich zur Behandlung psychischer Erkrankungen zwei Fachgebiete nebeneinander entwickelt, nämlich die Psychiatrie einerseits und die Psychosomatik andererseits. Beide verwenden psychotherapeutische Methoden. In vielen anderen Ländern der Welt gibt es diese Trennung nicht.

Für die Patienten mit einer psychischen Erkrankung und ihre Angehörigen kommt es darauf an, schnell und unkompliziert den richtigen Ansprechpartner zu finden. Sie müssen wissen, wer über eine umfassende therapeutische Kompetenz verfügt.

Mit der Bezeichnung „Klinik für psychische Erkrankungen“ wollen wir deutlich machen, dass in unserem Hause unter einem Dach beide Fachgebiete vertreten sind, so dass bei uns alle psychischen Störungen nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis behandelt werden können. Die Klinik ist gleichzeitig eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und eine Klinik für Psychosomatische Medizin. An der Konzeptentwicklung, Behandlungsplanung und Supervision sind Fachärzte beider Gebiete beteiligt.

Wir praktizieren Kooperation anstelle von Konkurrenz. Wir bekennen uns zu dem Ziel, die beiden Fachgebiete künftig wieder zu einem Gebiet – mit mehreren Schwerpunkten – zu verschmelzen.

Aufgenommen werden können volljährige Männer und Frauen aus allen Altersgruppen, wenn wegen einer psychischen Erkrankung eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist. Die Anmeldung nimmt in der Regel der Hausarzt oder der ambulant behandelnde Facharzt vor. Angemeldete Patienten werden kurzfristig zur Aufnahme einbestellt. Ob die Behandlung bei uns stationär, teilstationär, vor- oder nachstationär oder ambulant erfolgt, wird fachärztlich entschieden – möglichst im Einvernehmen mit Patienten und Angehörigen.

Im Notfall ist die Krankenhaus-Einweisung durch den ärztlichen Notdienst jederzeit sofort möglich – an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr.

Die Behandlung von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen gehört nicht zu unseren Aufgaben. Über die speziellen Kenntnisse für diese Altersgruppe verfügen Ärzte und Kliniken für Kinder- und Jugend-Psychiatrie. Heranwachsende und junge Erwachsene, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, können selbstverständlich bei uns aufgenommen werden.

Betagte Patienten, die wegen seelischer Erkrankungen eine klinische Behandlung brauchen, sind bei uns willkommen. Im Grunde wünschen wir uns, dass alte Menschen, die ein Nachlassen ihrer geistigen Fähigkeiten bemerken, frühzeitig fachärztlich untersucht und behandelt werden. Nach unserer Erfahrung wird damit oftmals viel zu lang gewartet.

Die Pflegesprechstunde sieht feste Sprechzeiten für die Angehörigen unserer Patienten vor. Sie wird regelmäßig angeboten und von psychiatrisch qualifizierten Pflegekräften der jeweiligen Station geleitet. Sie erhalten Informationen, kompetente Beratung und Unterstützung

  • zu psychischen Erkrankungen
  • zur allgemeinen Pflege Ihres erkrankten Familienmitglieds
  • zum verständnisvollen Umgang mit dem erkrankten Familienmitglied
  • zu Überforderungssituationen
  • zu Ansprechpartnern und Hilfsangeboten nach der Entlassung aus der Klinik
  • auch in Form von hilfreicher Literatur

Die Pflegesprechstunde findet jeden Dienstagnachmittag statt.

PSY-1A, PSY-2A, PSY-3A: jeden Dienstag um 16:30 Uhr

PSY-1B, PSY-2B: jeden Dienstag um 17:00 Uhr

Anlaufstelle ist stets das Dienstzimmer der Station.

Wenn Sie an einer individuellen Beratung und an Hilfestellung in Bezug auf konkrete pflegerische Maßnahmen interessiert sind, empfehlen wir, mit dem Pflegeteam einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Privatsprechstunde des Chefarztes
Nach telefonischer Vereinbarung im Sekretariat bei Frau Günther
(03445) 72-1801

Für Patienten mit einer privaten Krankenversicherung oder einer Zusatzversicherung besteht die Möglichkeit, die Wahlleistung „Chefarztbehandlung“ in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall übernimmt der Chefarzt der Klinik, Herr Priv. Doz. Dr. med. Felix M. Böcker oder in seiner Vertretung die Leitende Oberärztin, Frau Dr. med. Andrea Böcker, persönlich Ihre Behandlung. Für die ärztlichen Leistungen erhalten Sie eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die Sie bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung einreichen.

Anmeldung bitte direkt im Chefarztsekretariat
Frau Günther
Telefon: (0 34 45)-72 18 01

  • Studium der Medizin in Kiel und Ulm
  • Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Günzburg und Erlangen
  • Psychotherapie-Ausbildung mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt
  • Promotion und Habilitation über sozialpsychiatrische Fragestellungen
  • Schwerpunktbezeichnung Forensische Psychiatrie
  • Weiterbildungs-Befugnis für Psychiatrie und Psychotherapie und für Geriatrie.
  • Studium der Medizin in Ulm
  • Weiterbildung zur Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie und zur Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin in Erlangen – unter anderem in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie und Gestalttherapie, systemischer Paar- und Familientherapie und dialektisch-behavioraler Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Anerkennung als Balintgruppen-Leiterin
  • Weiterbildungsbefugnis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Manche Menschen befürchten, dass sie bei einer Einweisung in eine psychiatrische Klinik ihre persönliche Freiheit verlieren.

Natürlich muss man sich im Krankenhaus, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen leben und arbeiten, an gewisse Spielregeln halten. Zum Beispiel gerät der Stationsbetrieb völlig durcheinander, wenn Patienten das Haus verlassen, ohne sich bei einer Pflegekraft abzumelden. Einige solche Regeln, zu deren Einhaltung übrigens Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen verpflichtet sind, haben wir für jede Station in einer allgemeinverständlichen Stationsordnung zusammengefasst.

Tatsächlich kommt es gelegentlich vor, dass Menschen gegen ihren Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden, um sie zu behandeln. Ein so schwerwiegender Eingriff in die persönliche Freiheit kommt nur unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht.

Nach dem Gesetz über Hilfen für psychisch Kranke und Schutzmaßnahmen des Landes Sachsen-Anhalt (PsychKG LSA) vom 30.01.1992 kann ein Erwachsener in den abgeschlossenen Teil eines psychiatrischen Krankenhauses eingewiesen werden, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:

  • Der oder die Betroffene leidet unter einer relevanten psychischen Störung.
    (Das Gesetz gilt für Personen, die an einer Psychose oder einer Suchtkrankheit oder einer anderen krankhaften seelischen oder geistigen Störung oder an einer seelischen oder geistigen Behinderung leiden oder bei denen Anzeichen einer solchen Krankheit, Störung oder Behinderung vorliegen).
  • Der oder die Betroffene stellt aufgrund dieser Störung eine erhebliche gegenwärtige Gefahr für sich selbst oder für andere Personen dar.
    (Nach dem Gesetz ist eine Unterbringung nur zulässig, wenn und solange die gegenwärtige erhebliche Gefahr besteht, dass der Betroffene sich schwerwiegende gesundheitliche Schäden zufügt oder sein Verhalten aus anderen Gründen eine gegenwärtige erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt).
  • Der Gefahr kann mit anderen, weniger eingreifenden Mitteln nicht begegnet werden.

Dass diese Bedingungen erfüllt sind, muss durch ein aktuelles ärztliches Zeugnis nachgewiesen sein. Zuständig für die Einweisung ist im Burgenlandkreis das Ordnungsamt. In der Klinik muss der oder die Betroffene gründlich untersucht werden.

Wenn in der Klinik festgestellt wird, dass die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht vorliegen, gibt es zwei Möglichkeiten: Freiwillige Weiterbehandlung oder Entlassung.

Wenn die Unterbringung und Behandlung gegen den Willen des oder der Betroffenen länger als bis zum Ablauf des auf die Einweisung folgenden Tages weitergeführt werden soll, muss das zuständige Amtsgericht eingeschaltet werden, eine richterliche Anhörung durchführen und eine Entscheidung treffen. Gegen diese Entscheidung kann der Patient, wenn er nicht damit einverstanden ist, Beschwerde einlegen.

Übrigens erlaubt das PsychKG LSA bei günstigem Verlauf der Behandlung Lockerungen während der Unterbringung, zum Beispiel in Form von Ausgang, Verlegung auf die offene Station und sogar Urlaub.

Nach dem Betreuungsrecht kann für einen Volljährigen, der aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung einige seiner persönlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst zu besorgen vermag, ein Betreuer bestellt werden. Wenn der Aufgabenbereich des Betreuers das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Befugnis zur Entscheidung über die Unterbringung umfasst, kann der Betreuer den Betreuten auch gegen seinen Willen zur Heilbehandlung in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Auch in diesem Fall muss spätestens am nächsten Tag eine richterliche Entscheidung herbeigeführt werden, gegen die der Patient Beschwerde einlegen kann. Dann prüft die Beschwerdekammer des Landgerichts, ob die Unterbringung zu Recht erfolgt ist.

Die gleichen strengen Regeln gelten auch für unterbringungsähnliche Maßnahmen wie die „fürsorgliche Zurückhaltung“ von verwirrten oder orientierungslosen Personen und für alle anderen Formen von Zwang.

Die Mitarbeiter der Klinik werden immer bemüht sein, mit vertrauensbildenden Maßnahmen eine Zustimmung zur Behandlung zu erreichen, um auf die Anwendung von Zwang möglichst ganz verzichten zu können.

Wenn Sie Anlass sehen, sich zu beschweren, können Sie sich an diese Stellen wenden:

An den Chefarzt der Klinik, Herrn Priv. Doz. Dr. med. Felix M. Böcker, Tel. (0 34 45) 72 18 00

  • An den Ärztlichen Direktor des Klinikums, Herrn Dr. med. B. Lobenstein, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie,
    (0 34 45) 72 11 03
  • An den Geschäftsführer der Klinikum Burgenlandkreis GmbH, Herrn Frohn, Tel. (0 34 45) 72 10 01
  • An den Patientenfürsprecher Harri Reiche
    Sie erreichen Herrn Reiche telefonisch über die Information beider Standorte der Klinikum Burgenlandkreis in Naumburg: 03445 72-0 – in Zeitz: 03441 740-0
    E-Mail:
  • An den Ausschuss für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung des Landes Sachsen-Anhalt, c/o Dr. Gudrun Fiss, Landesverwaltungsamt, Ernst-Kamieth-Str. 2, 06112 Halle/Saale,
    (03 45) 514 1732, Fax  (03 45) 514 1745.
  • An die Beschwerdekammer des Landgerichts Halle, Hansering 13, 06108 Halle.

Chefarzt
Priv. Doz. Dr. med. Felix M. Böcker
Nervenarzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Zusatzbezeichnung Geriatrie, Schwerpunkt Forensische Psychiatrie

Ltd. Oberärztin
Dr. med. Andrea Böcker
Nervenärztin, Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin
Zusatzbezeichnung Geriatrie

Oberärzte
Ingolf Andrees
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Allgemeinmedizin

Dr. med. Hendrik Mehmcke
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Bernhard Schwetlick
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Zusatzbezeichnung Geriatrie

Dr. med. Christiane Berger
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Gunter Winkler
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Sekretariat
Antje Günther
Telefon:  (0 34 45) 72 18 01
Telefax:  (0 34 45) 72 18 02
Email:

Pflegedienstleitung der Klinik für psychische Erkrankungen
Katrin Koppe
Fachkrankenschwester für Psychiatrie

Stationen und Funktionsbereiche der Klinik für psychische Erkrankungen finden Sie im „Haus 4“.

Chefarzt-Sprechstunde
Chefarzt Priv. Doz. Dr. med. Felix M. Böcker
Sekretariat Antje Günther
Telefon:  (0 34 45) 72 18 01

Psychiatrisch- psychotherapeutische Institutsambulanz
Leitende Oberärztin: Dr. med. Andrea Böcker
Stationsleitung: Astrid Ditz
Telefon:  (0 34 45) 72 18 90

Die Stationen PSY-1A und PSY-1B sind zuständig für Patienten aus

  • der Verbandsgemeinde An der Finne
  • der Verbandsgemeinde Unstruttal
  • der Stadt Weißenfels mit ihren Ortsteilen
  • der Stadt Lützen mit ihren Ortsteilen

Station PSY-1A
Oberarzt: Ingolf Andrees
Pflegerische Leitung Regina Kecke
Telefon(0 34 45)  72 18 10

Station PSY-1B
Kommissarische Oberärztin: Gundula Frenzel
Pflegerische Leitung: Rita Kowalski
Telefon: (0 34 45) 72 18 20

Die Stationen PSY-2A und PSY-2B sind zuständig für Patienten aus

  • der Verbandsgemeinde Droyßiger- Zeitzer Forst
  • der Einheitsgemeinde Elsteraue
  • der Stadt Hohenmölsen mit ihren Ortsteilen
  • der Stadt Teuchern mit ihren Ortsteilen
  • der Verbandsgemeinde Wethautal
  • der Stadt Zeitz mit ihren Ortsteilen

Station PSY-2A
Oberarzt: Bernhard Schwetlick
Pflegerische Leitung: Kathrin Schade
Telefon:  (0 34 45) 72 18 30

Station PSY-2B
Oberarzt: Gunter Winkler
Pflegerische Leitung: Andrea Reichardt
Telefon:  (0 34 45) 72 18 40

Die Station PSY-3A ist zuständig für Patienten aus der Stadt Naumburg mit ihren Ortsteilen.
Die Station PSY-3B ist die Tagesklinik für Patienten aus dem Burgenlandkreis westlich der Autobahn A9.

Station PSY-3A
Oberarzt: Dr. med. Hendrik Mehmcke
Pflegerische Leitung: Alita Tomisch
Telefon:  (0 34 45) 72 18 50

Station PSY-3B
Oberärztin: Dr. med. Christiane Berger
Pflegerische Leitung: Ingrid Schultz
Telefon:  (0 34 45) 72 18 60

LEISTUNGEN

Mit der Bezeichnung „Klinik für psychische Erkrankungen“ wollen wir deutlich machen, dass in unserem Hause unter einem Dach die beiden Fachgebiete „Psychiatrie und Psychotherapie“ sowie „Psychosomatische Medizin“ vertreten sind. Dadurch können bei uns alle psychischen Störungen nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis behandelt werden. An der Konzeptentwicklung, Behandlungsplanung und Supervision sind Fachärzte beider Gebiete beteiligt.

In unserer Klinik werden volljährige Männer und Frauen aus allen Altersgruppen aufgenommen und behandelt.

Organische psychische Störungen

    • Demenz bei Alzheimer-Krankheit
    • Vaskuläre Demenz (bei Störungen der Blutversorgung des Gehirns)
    • Verwirrtheitszustände
    • Psychische Störungen als Folge einer Schädigung des Gehirns

Störungen durch psychotrope Substanzen (Suchterkrankungen)

    • Alkohol, Medikamente, Drogen
    • Schädlicher Gebrauch, Abhängigkeit
    • Rauschzustände, Entzugssyndrome, Delir
    • psychotische Störung, amnestisches Syndrom, hirnorganisches Psychosyndrom

Schizophrenien und wahnhafte Störungen

    • Alle Verlaufsformen der Schizophrenien
    • Anhaltende wahnhafte Störungen
    • Akute vorübergehende psychotische Störungen
    • Schizoaffektive Störungen

Affektive Störungen

    • Hypomanische und manische Episoden
    • Bipolare affektive Störungen (manisch-depressive Erkrankung)
    • Depressive Episoden und wiederkehrende depressive Störungen
    • Anhaltende affektive Störungen

Neurotische Störungen, Belastungsstörungen und somatoforme Störungen

    • Phobien: Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien
    • Panikstörung, generalisierte Angststörung
    • Zwangsstörung (mit Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen)
    • Reaktionen auf schwere Belastungen
      (akute Belastungsreaktion und posttraumatische Belastungsstörung)
    • Konfliktreaktionen und Anpassungsstörungen
    • Dissoziative Störungen und psychogene Körperstörungen
    • Somatoforme Störungen

Essstörungen

    • Anorexie (Magersucht)
    • Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

Persönlichkeitsstörungen

    • Verschiedene Prägnanztypen, darunter die emotional instabile
      Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ

Psychische Störungen bei Intelligenzminderung

Psychische Störungen werden bei uns je nach Schweregrad stationär, teilstationär oder ambulant behandelt. Deshalb verfügt die Klinik nicht nur über 95 stationäre Behandlungsplätze auf fünf Bettenstationen, sondern auch über 40 Tagesklinik-Plätze an zwei Standorten, Konsiliardienst und Institutsambulanz.

Behandlungsformen

  • Vollstationäre Behandlung
  • Teilstationäre (tagesklinische oder nachtklinische) Behandlung
  • Vorstationäre Diagnostik (nach § 115 SGB V)
  • Nachstationäre Behandlung (nach § 115 SGB V)
  • Ambulante Behandlung im Rahmen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Institutsambulanz (§ 118 Abs. 2 SGB V)
  • Ambulante Behandlung von Notfällen
  • Ambulante Behandlung von Selbstzahlern (Sprechstunde des Chefarztes)
  • Konsiliarische Mitbetreuung von Patienten der anderen Fachabteilungen des Krankenhauses

Durch die wohnortnahe Behandlung kann eine schrittweise Wiedereingliederung in das soziale Umfeld und eine Vernetzung mit ambulanten und komplementären Diensten ermöglicht werden. Unser Ziel ist die Wiedereingliederung in den Alltag und die Teilhabe am sozialen Leben. Dies erreichen wir durch medizinische Behandlung, psychologische Hilfen und soziale Unterstützung. Dabei stehen drei Herangehensweisen gleichberechtigt nebeneinander:

  • Medizinische Methoden oder Somatotherapie
  • Psychologische Verfahren oder Psychotherapie
  • Soziale Interventionen oder Soziotherapie

Jede psychische Erkrankung erfordert eine an das Krankheitsbild angepasste, individuelle, spezialisierte Behandlung, an der verschiedene Berufsgruppen beteiligt sind:

  • Ärzte
  • Krankenpflege- und Altenpflegekräfte
  • Diplom-Psychologen und Psychologische Psychotherapeuten
  • Diplom-Sozialpädagoginnen
  • Beschäftigungs- und Arbeitstherapeuten (Ergotherapeuten)
  • Musiktherapeutin, Kunsttherapeutin
  • Sportlehrerinnen und Bewegungstherapeuten
  • Fachpflegekräfte für Psychiatrie

Für die Behandlung der meisten psychischen Störungen hat sich die Kombination von mehreren Methoden als besonders wirksam erwiesen. Damit jeder Patient die für sein Krankheitsbild beste Kombination von Therapiebausteinen erhalten kann, fassen wir die Patienten in stationsübergreifend organisierten störungsspezifischen Gruppen zusammen. So werden Basisgruppen, Intensivgruppen, Suchtgruppen und Seniorengruppen angeboten. Die Teilnahme im Rahmen des Behandlungsplans verordnet der Bezugstherapeut in Absprache mit dem Patienten.

Psychopharmakotherapie

  • Akutbehandlung, Langzeitbehandlung, Rezidivprophylaxe
  • oral, Infusionsbehandlung, Depot-Präparate
  • Einsatz von Neuroleptika, Antidepressiva, Tranquilizern, Lithium und stimmungsstabilisierenden Medikamenten, Antidementiva und anderen je nach Indikation
  • … ergänzt durch eine störungsbezogene Vermittlung wichtiger Informationen zur Therapie

Partieller Schlafentzug

Neuroelektrische Therapie (EKT) in Narkose

Psychotherapie

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Systemische Paar- und Familientherapie
  • … im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans vorwiegend als Gruppentherapie
  • … ggf. unter Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen

Entspannungsverfahren

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung

Erlebensaktivierende Methoden

  • Sozialtherapeutisches Rollenspiel
  • Maltherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie

Ergotherapie

  • Tagesstrukturierende Beschäftigung
  • Kreatives Gestalten
  • Arbeitstherapie

Bewegungstherapie

  • Leistungsgerechte Aktivierung vorwiegend in Gruppen
  • Rückenschule, Bewegungsbad, Konditionierung
  • Therapeutisches Klettern
  • Einzelbehandlung mit allen Methoden der Physiotherapie je nach Indikation

Soziotherapie

  • Soziale Beratung
  • Ermittlung des spezifischen Hilfebedarfs
  • Hausbesuche
  • Vermitteln und Anbahnen weiterführender Hilfen
  • Unterstützung bei Leistungsanträgen
WEITERE INFORMATIONEN

Psychische Erkrankungen hat es in der Geschichte der Menschheit seit jeher gegeben. Die Psychiatrie als Fachgebiet der Medizin ist dagegen erst 200 Jahre alt. Das Wort setzt sich zusammen aus Psyche, dem griechischen Wort für die Seele, und Iatros, dem griechischen Wort für Arzt.

Weltweit versteht man unter Psychiatrie das Fachgebiet der Medizin, das die psychischen Erkrankungen und Störungen erforscht, untersucht und behandelt. Nur in Deutschland haben sich zur Behandlung psychischer Erkrankungen zwei Fachgebiete nebeneinander entwickelt, nämlich die Psychiatrie einerseits und die Psychosomatik andererseits. Beide verwenden psychotherapeutische Methoden. In vielen anderen Ländern der Welt gibt es diese Trennung nicht.

Für die Patienten mit einer psychischen Erkrankung und ihre Angehörigen kommt es darauf an, schnell und unkompliziert den richtigen Ansprechpartner zu finden. Sie müssen wissen, wer über eine umfassende therapeutische Kompetenz verfügt.

Mit der Bezeichnung „Klinik für psychische Erkrankungen“ wollen wir deutlich machen, dass in unserem Hause unter einem Dach beide Fachgebiete vertreten sind, so dass bei uns alle psychischen Störungen nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis behandelt werden können. Die Klinik ist gleichzeitig eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und eine Klinik für Psychosomatische Medizin. An der Konzeptentwicklung, Behandlungsplanung und Supervision sind Fachärzte beider Gebiete beteiligt.

Wir praktizieren Kooperation anstelle von Konkurrenz. Wir bekennen uns zu dem Ziel, die beiden Fachgebiete künftig wieder zu einem Gebiet – mit mehreren Schwerpunkten – zu verschmelzen.

Aufgenommen werden können volljährige Männer und Frauen aus allen Altersgruppen, wenn wegen einer psychischen Erkrankung eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist. Die Anmeldung nimmt in der Regel der Hausarzt oder der ambulant behandelnde Facharzt vor. Angemeldete Patienten werden kurzfristig zur Aufnahme einbestellt. Ob die Behandlung bei uns stationär, teilstationär, vor- oder nachstationär oder ambulant erfolgt, wird fachärztlich entschieden – möglichst im Einvernehmen mit Patienten und Angehörigen.

Im Notfall ist die Krankenhaus-Einweisung durch den ärztlichen Notdienst jederzeit sofort möglich – an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr.

Die Behandlung von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen gehört nicht zu unseren Aufgaben. Über die speziellen Kenntnisse für diese Altersgruppe verfügen Ärzte und Kliniken für Kinder- und Jugend-Psychiatrie. Heranwachsende und junge Erwachsene, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, können selbstverständlich bei uns aufgenommen werden.

Betagte Patienten, die wegen seelischer Erkrankungen eine klinische Behandlung brauchen, sind bei uns willkommen. Im Grunde wünschen wir uns, dass alte Menschen, die ein Nachlassen ihrer geistigen Fähigkeiten bemerken, frühzeitig fachärztlich untersucht und behandelt werden. Nach unserer Erfahrung wird damit oftmals viel zu lang gewartet.

Die Pflegesprechstunde sieht feste Sprechzeiten für die Angehörigen unserer Patienten vor. Sie wird regelmäßig angeboten und von psychiatrisch qualifizierten Pflegekräften der jeweiligen Station geleitet. Sie erhalten Informationen, kompetente Beratung und Unterstützung

  • zu psychischen Erkrankungen
  • zur allgemeinen Pflege Ihres erkrankten Familienmitglieds
  • zum verständnisvollen Umgang mit dem erkrankten Familienmitglied
  • zu Überforderungssituationen
  • zu Ansprechpartnern und Hilfsangeboten nach der Entlassung aus der Klinik
  • auch in Form von hilfreicher Literatur

Die Pflegesprechstunde findet jeden Dienstagnachmittag statt.

PSY-1A, PSY-2A, PSY-3A: jeden Dienstag um 16:30 Uhr

PSY-1B, PSY-2B: jeden Dienstag um 17:00 Uhr

Anlaufstelle ist stets das Dienstzimmer der Station.

Wenn Sie an einer individuellen Beratung und an Hilfestellung in Bezug auf konkrete pflegerische Maßnahmen interessiert sind, empfehlen wir, mit dem Pflegeteam einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

Privatsprechstunde des Chefarztes
Nach telefonischer Vereinbarung im Sekretariat bei Frau Günther
(03445) 72-1801

Für Patienten mit einer privaten Krankenversicherung oder einer Zusatzversicherung besteht die Möglichkeit, die Wahlleistung „Chefarztbehandlung“ in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall übernimmt der Chefarzt der Klinik, Herr Priv. Doz. Dr. med. Felix M. Böcker oder in seiner Vertretung die Leitende Oberärztin, Frau Dr. med. Andrea Böcker, persönlich Ihre Behandlung. Für die ärztlichen Leistungen erhalten Sie eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die Sie bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung einreichen.

Anmeldung bitte direkt im Chefarztsekretariat
Frau Günther
Telefon: (0 34 45)-72 18 01

  • Studium der Medizin in Kiel und Ulm
  • Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Günzburg und Erlangen
  • Psychotherapie-Ausbildung mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt
  • Promotion und Habilitation über sozialpsychiatrische Fragestellungen
  • Schwerpunktbezeichnung Forensische Psychiatrie
  • Weiterbildungs-Befugnis für Psychiatrie und Psychotherapie und für Geriatrie.
  • Studium der Medizin in Ulm
  • Weiterbildung zur Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie und zur Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin in Erlangen – unter anderem in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie und Gestalttherapie, systemischer Paar- und Familientherapie und dialektisch-behavioraler Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Anerkennung als Balintgruppen-Leiterin
  • Weiterbildungsbefugnis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Manche Menschen befürchten, dass sie bei einer Einweisung in eine psychiatrische Klinik ihre persönliche Freiheit verlieren.

Natürlich muss man sich im Krankenhaus, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen leben und arbeiten, an gewisse Spielregeln halten. Zum Beispiel gerät der Stationsbetrieb völlig durcheinander, wenn Patienten das Haus verlassen, ohne sich bei einer Pflegekraft abzumelden. Einige solche Regeln, zu deren Einhaltung übrigens Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen verpflichtet sind, haben wir für jede Station in einer allgemeinverständlichen Stationsordnung zusammengefasst.

Tatsächlich kommt es gelegentlich vor, dass Menschen gegen ihren Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden, um sie zu behandeln. Ein so schwerwiegender Eingriff in die persönliche Freiheit kommt nur unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht.

Nach dem Gesetz über Hilfen für psychisch Kranke und Schutzmaßnahmen des Landes Sachsen-Anhalt (PsychKG LSA) vom 30.01.1992 kann ein Erwachsener in den abgeschlossenen Teil eines psychiatrischen Krankenhauses eingewiesen werden, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:

  • Der oder die Betroffene leidet unter einer relevanten psychischen Störung.
    (Das Gesetz gilt für Personen, die an einer Psychose oder einer Suchtkrankheit oder einer anderen krankhaften seelischen oder geistigen Störung oder an einer seelischen oder geistigen Behinderung leiden oder bei denen Anzeichen einer solchen Krankheit, Störung oder Behinderung vorliegen).
  • Der oder die Betroffene stellt aufgrund dieser Störung eine erhebliche gegenwärtige Gefahr für sich selbst oder für andere Personen dar.
    (Nach dem Gesetz ist eine Unterbringung nur zulässig, wenn und solange die gegenwärtige erhebliche Gefahr besteht, dass der Betroffene sich schwerwiegende gesundheitliche Schäden zufügt oder sein Verhalten aus anderen Gründen eine gegenwärtige erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt).
  • Der Gefahr kann mit anderen, weniger eingreifenden Mitteln nicht begegnet werden.

Dass diese Bedingungen erfüllt sind, muss durch ein aktuelles ärztliches Zeugnis nachgewiesen sein. Zuständig für die Einweisung ist im Burgenlandkreis das Ordnungsamt. In der Klinik muss der oder die Betroffene gründlich untersucht werden.

Wenn in der Klinik festgestellt wird, dass die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht vorliegen, gibt es zwei Möglichkeiten: Freiwillige Weiterbehandlung oder Entlassung.

Wenn die Unterbringung und Behandlung gegen den Willen des oder der Betroffenen länger als bis zum Ablauf des auf die Einweisung folgenden Tages weitergeführt werden soll, muss das zuständige Amtsgericht eingeschaltet werden, eine richterliche Anhörung durchführen und eine Entscheidung treffen. Gegen diese Entscheidung kann der Patient, wenn er nicht damit einverstanden ist, Beschwerde einlegen.

Übrigens erlaubt das PsychKG LSA bei günstigem Verlauf der Behandlung Lockerungen während der Unterbringung, zum Beispiel in Form von Ausgang, Verlegung auf die offene Station und sogar Urlaub.

Nach dem Betreuungsrecht kann für einen Volljährigen, der aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung einige seiner persönlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst zu besorgen vermag, ein Betreuer bestellt werden. Wenn der Aufgabenbereich des Betreuers das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Befugnis zur Entscheidung über die Unterbringung umfasst, kann der Betreuer den Betreuten auch gegen seinen Willen zur Heilbehandlung in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Auch in diesem Fall muss spätestens am nächsten Tag eine richterliche Entscheidung herbeigeführt werden, gegen die der Patient Beschwerde einlegen kann. Dann prüft die Beschwerdekammer des Landgerichts, ob die Unterbringung zu Recht erfolgt ist.

Die gleichen strengen Regeln gelten auch für unterbringungsähnliche Maßnahmen wie die „fürsorgliche Zurückhaltung“ von verwirrten oder orientierungslosen Personen und für alle anderen Formen von Zwang.

Die Mitarbeiter der Klinik werden immer bemüht sein, mit vertrauensbildenden Maßnahmen eine Zustimmung zur Behandlung zu erreichen, um auf die Anwendung von Zwang möglichst ganz verzichten zu können.

Wenn Sie Anlass sehen, sich zu beschweren, können Sie sich an diese Stellen wenden:

An den Chefarzt der Klinik, Herrn Priv. Doz. Dr. med. Felix M. Böcker, Tel. (0 34 45) 72 18 00

  • An den Ärztlichen Direktor des Klinikums, Herrn Dr. med. B. Lobenstein, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie,
    (0 34 45) 72 11 03
  • An den Geschäftsführer der Klinikum Burgenlandkreis GmbH, Herrn Frohn, Tel. (0 34 45) 72 10 01
  • An den Patientenfürsprecher Harri Reiche
    Sie erreichen Herrn Reiche telefonisch über die Information beider Standorte der Klinikum Burgenlandkreis in Naumburg: 03445 72-0 – in Zeitz: 03441 740-0
    E-Mail:
  • An den Ausschuss für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung des Landes Sachsen-Anhalt, c/o Dr. Gudrun Fiss, Landesverwaltungsamt, Ernst-Kamieth-Str. 2, 06112 Halle/Saale,
    (03 45) 514 1732, Fax  (03 45) 514 1745.
  • An die Beschwerdekammer des Landgerichts Halle, Hansering 13, 06108 Halle.

Wir helfen!

Sie haben weitere Fragen?

Saale-Unstrut Klinikum Naumburg

Humboldtstraße 31
06618 Naumburg
Telefon: (0 34 45) 72 – 0

Georgius-Agricola Klinikum Zeitz

Lindenallee 1
06712 Zeitz
Telefon: (0 34 41) 7 40 – 0

Wir helfen!

Sie haben weitere Fragen?

Was ist ein Notfall?

+ Schwere & lebensbedrohliche Erkrankungen

+ Bei Verdacht auf Schlaganfall, Herzinfarkt:
Rettungsdienst unter Tel. 112 kontaktieren!

+ Beispiele: Unfall-, Brandverletzung / Trauma, Knochenbrüche / Hoher Blutverlust / Kopfverletzung / Vergiftung, Sepsis / Herzinfarkt, Hirninfarkt

Notaufnahme | Naumburg

Notaufnahme (Akutversorgung)
Haus 3, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 11 60
Telefax: (0 34 45) 72 11 65

Aufnahmestation (10 Betten)
Haus 2, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 20 20

Notaufnahme | Zeitz

Notaufnahme (Akutversorgung)
Hausteil 200, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 41) 74 04 41
Telefax: (0 34 41) 74 04 98

Aufnahmestation (10 Betten)
Haus 2, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 20 20

Wir sind für Sie da!

Vielen Dank für Ihr Vertrauen in unser Krankenhaus!
Unsere Notaufnahme ist sieben Tage in der Woche 24 Stunden lang für medizinische Notfälle geöffnet. Grundsätzlich weisen wir niemanden ab. Wir versuchen unser Möglichstes, um Sie in angemessener Zeit zu untersuchen und, falls notwendig, zu behandeln.

Wonach richtet sich die Wartezeit?
Jeder, der in unsere Notaufnahme kommt, wird möglichst umgehend erstuntersucht, um herauszufinden, wie dringlich der Versorgungsbedarf ist. Medizinische Notfälle werden als erste versorgt. Bei weniger starken Beschwerden und Schmerzen müssen Sie mit Wartezeiten rechnen. Diese können wir nicht beeinflussen, da wir neu eintreffende schwerwiegendere Notfälle vorziehen müssen.

Was ist ein Notfall?
Ein medizinischer Notfall besteht immer, wenn eine umgehende Behandlung erforderlich ist – etwa bei starker Atemnot, Bewusstlosigkeit, stark blutenden Wunden, Herzbeschwerden, Verdacht auf Schlaganfall, Lähmungserscheinungen, Schwangerschaftskomplikationen, Vergiftungen und starken Schmerzen.

Was passiert, wenn kein Notfall vorliegt?
Ergibt die Erstuntersuchung, dass kein akuter Notfall vorliegt, müssen wir Sie an einen Haus- oder Facharzt weiterverweisen. Die Behandlung ist nicht zeitkritisch und daher von niedergelassenen Ärzten in der Praxis zu erbringen. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Behandlung bei niedergelassenen Ärzten zu erfolgen hat und Krankenhäuser dafür nicht zuständig sind.

Was ist, wenn die Arztpraxen keine Sprechstunde haben?
In den sprechstundenfreien Zeiten, z.B. nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen, steht der Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter Telefon 116 117 zur Verfügung.

Bitte gehen Sie mit Beschwerden, die keine umgehende Behandlung benötigen, während der regulären Sprechstundenzeiten zum Haus- oder Facharzt oder wenden Sie sich in den sprechstundenfreien Zeiten an den Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116 117!

Sie helfen uns damit, dass sich unser Notaufnahmepersonal um akute Notfälle kümmern kann und dass unnötige Wartezeiten vermieden werden.

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