Neurologie 2018-04-20T12:56:28+00:00

Neurologie

In der Klinik für Neurologie behandeln wir Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems einschließlich neuromuskulärer Störungen.

Auf der modern ausgestatteten 34-Betten-Station halten wir sechs Monitorbetten für die akute Schlaganfallbehandlung vor (Stroke Unit).

Die Behandlung der Patienten mit akuten neurologischen Erkrankungen erfolgt krankheitsspezifisch und multimodal, das heißt in Zusammenarbeit  aller Berufsgruppen sowohl medikamentös, physiotherapeutisch, ergotherapeutisch, logopädisch, soziotherapeutisch und nicht zuletzt durch liebevolle, qualifizierte und konsequente Pflege. Gleichzeitig arbeiten die Spezialisten eng mit anderen Kliniken und Bereichen des Hauses zusammen. Zur Abteilung gehören ein modern ausgestattetes neurophysiologisches Funktionslabor, eine Dystonie-Ambulanz und eine Spezialsprechstunde zur Behandlung mit besonderen Immuntherapien bei Multipler Sklerose und Polyneuropathien. Seit 2012 werden ambulante Patienten im MVZ behandelt

Bei Vorliegen einer chronischen Erkrankung fördern wir zusätzlich durch Aufklärung, Information und Erarbeitung eines längerfristigen Behandlungsplans die Kompetenz des Betroffenen, mit seiner Erkrankung stadiengerecht umzugehen und sozial integriert zu bleiben. Die Zusammenarbeit mit Angehörigen und nachsorgenden Einrichtungen erweist sich dabei als sehr hilfreich.

Die spezifischen Manifestationsmöglichkeiten neurologischer Krankheitsbilder sowohl am peripheren als auch zentralen Nervensystem fordern von allen Teammitgliedern das tägliche Bewusstsein von unmittelbarer Wechselwirkung zwischen körperlicher und seelischer Integrität und die verständnisvolle Akzeptanz der Ganzheitlichkeit des Patienten.

Unsere Patienten werden von uns individuell, liebevoll und ihren eigenen Gewohnheiten entsprechend betreut und gepflegt. Wir tun unser Möglichstes, um sie in ihren Lebensaktivitäten zu unterstützen oder diese gegebenenfalls vollständig zu übernehmen.

Ist eine gewisse Selbstständigkeit zeitweise nicht gegeben, ist es unser Bestreben, den Patienten für die Zeit der akuten Erkrankung zu unterstützen, ihn dann aber wieder rasch zur Selbsthilfe anzuregen und mit ihm die Aktivitäten des täglichen Lebens zu trainieren.

Ebenso ist es unsere Aufgabe, neben den Patienten auch sein direktes Umfeld (Angehörige) für die häusliche Weiterversorgung anzuleiten und zu schulen. Neben der physischen Betreuung ist die psychische Unterstützung der uns anvertrauten Menschen ein zweites großes Hauptziel.

Mehr über unser Spektrum erfahren Sie unter Leistungen

Chefärztin
Dr. med. Sabine Lobenstein
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie

Sekretariat
Ursula Liekefett
Telefon: (0 34 45) 72 15 51
Telefax: (0 34 45) 72 29 19
Email: neurologie@klinikum-burgenlandkreis.de

Fachärzte für Neurologie auf Station

Leitender Oberarzt
Kent Meinhold
Facharzt für Neurologie

Oberärztin
Ludmilla Windhauer
Fachärztin für Neurologie

Aynur Bahlulova
Fachärztin für Neurologie

Station N1 Haus 2, 2.Obergeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 15 60
Fax: (03445) 72 2964

Pflegerische Leitung
kommissarisch: Mathias Holze

Pflegerische Leitung Stroke Unit
Mathias Holze
Stroke Nurse

Therapeuten
Elke Bork (Physiotherapeutin)
Felicitas Meißner
Anne Heinel
Katrin Börner-Ulrich (Logopädin)
Annette Gasimov (Leitung der Ergotherapeutin)
Heike Dobermann (Ergotherapeutin)
Annegret Schwabe (Ergotherapeutin)

LEISTUNGEN

Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten akuten Erkrankungen am Gehirn.
Aufgrund einer Durchblutungsstörung oder Blutung in das Gehrin kann es dabei zu Lähmungen, Empfindungsstörungen, Sprach- oder Schluckstörungen, Sehstörungen oder Schwindel kommen.

Die Therapiemöglichkeiten auf der Stroke Unit sind abhängig vom sogenannten Zeitfenster, d. h. ob ein Patient in den ersten viereinhalb Stunden oder später in der Klinik erscheint. Idealerweise wird ein Thrombolysemittel gespritzt, was ein Blutgerinnsel in einem Hirngefäß, welches häufig die Ursache für einen Schlaganfall ist, auflösen kann. Neuerdings kann in geeigneten Fällen, im Anschluss hieran, eine direkte Entfernung eines größeren Blutgerinnsels in kooperierenden Zentren erfolgen.

Jedes Bett unserer Stroke Unit ist mit einem Monitor zur Überwachung aller lebenswichtigen Parameter (Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Blutzucker, Sauerstoffsättigung) ausgestattet. Diese Parameter werden fortlaufend durch speziell ausgebildete Pflegekräfte (sogenannte „Stroke Nurses“) kontrolliert und in einen für den Heilungsverlauf nach Schlaganfall optimalen Zielbereich eingestellt. Parallel kümmern sich eigens für diese Patienten verantwortliche Ärzte, die 24 Stunden am Tag für den einzelnen Schlaganfallpatienten zuständig sind. Sie führen regelmäßige neurologische und notwendige apparative Untersuchungen durch. Dadurch können sehr rasch die möglichen Ursachen für den stattgehabten Schlaganfall gefunden und weiteren Schlaganfällen vorgebeugt werden, da sofort mit den notwendigen Behandlungen begonnen werden kann.

Es erfolgt eine regelmäßige internistische/kardiologische Mitbehandlung.

Eine weitere Besonderheit ist die zeitnahe Mobilisation und Rehabilitation der Schlaganfallpatienten durch das unmittelbare Zusammenwirken aller Berufsgruppen (Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Logopäden). Gerade die frühe Untersuchung möglicher Schluckstörungen durch die Logopäden (bereits in den ersten 24 Stunden) fördert einen günstigen Krankheitsverlauf, da hierdurch gefürchtete Komplikationen vermieden werden können.

Für Stroke Unit Patienten stehen Therapeuten aller o. g. Berufsgruppen auch an Sonn- und Feiertagen zur Verfügung.

Wenn bei einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Erkrankungen auch die Muskulatur des Rachens und Kehlkopfes gelähmt sind, folgt häufig eine Schluckstörung. Dabei besteht die Gefahr, dass Speisen in die Luftröhre, z. T. unbemerkt „verschluckt“ werden und hierdurch schwere Lungenentzündungen entstehen können.

Um rechtzeitig zu erkennen, ob solch eine Störung vorliegt, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Untersuchung, z. B. durch einen Logopäden
  • Durchführung ganz spezieller Schluckmanöver
  • Betrachten des Schluckens, wie bei einem Video mittels eines Schlauches über die Nase bzw. durch Röntgenaufnahmen.

Schwindel ist ein häufiger Grund, weshalb Patienten einen Arzt aufsuchen.
Dabei kann dieser durch Störungen des Herz-Kreislaufes bedingt sein. In 50 % der Fälle liegt der Grund in einer Schädigung des Gleichgewichtssystems (Gleichgewichtsorgan im Innenohr, Gehirn, Rückenmark, periphere Nerven).
In immerhin einem Viertel der Fälle finden sich ursächlich seelische Erkrankungen, in nur seltenen Fällen sind die Halswirbelsäule bzw. ernsthafte Erkrankungen, Schlaganfall oder ein Hirntumor für den Schwindel verantwortlich zu machen.

Die Behandlung des Schwindels unterscheidet sich je nach Ursache deutlich.
Deshalb muss eine genaue Klärung der Gründe durch Befragen, körperliche und apparative Untersuchungen erfolgen. Meist reichen spezielle physiotherapeutische Maßnahmen oder nur die vorübergehende Gabe von Medikamenten aus.

Man unterscheidet nach ihrer Verursachung epileptische und nicht-epileptische Anfälle sowie, je nach Beeinträchtigung der Wahrnehmung, solche mit und ohne Bewusstseinsstörung.

Epileptische Anfälle treten auf bei Epilepsien – Erkrankungen mit spontan auftretenden anfallsartigen Veränderungen der Wahrnehmung oder des Verhaltens, die auf einer abnormen gleichzeitigen Entladung von Nervenzellverbänden der Hirnrinde beruhen und immer wieder auftreten können. Es gibt sie als erbliche, angeborene bzw. bereits in der Kindheit auftretende Formen und/oder als Begleitfolge einer anderen körperlichen bzw. Hirnerkrankung.
Ebenso vielfältig kann das Erscheinungsbild der einzelnen Anfälle sein. Oftmals lassen sie sich gut behandeln, wenn bestimmte Verhaltensregeln beachtet werden.

Zu nicht-epileptischen Anfällen rechnet man:

  • Synkopen (kurzer Bewusstseins- und Muskeltonusverlust infolge vorübergehender Hirndurchblutungsstörungen, die wiederum unterschiedliche Ursachen haben können – so z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Regulationsstörungen im sogen. vegetativen Nervensystem)
  • sogen. „drop attacks“ (ungeklärte Sturzanfälle ohne Warnsymptome, meist älterer Menschen, ohne Bewusstseinsverlust)
  • Tetanische Anfälle (Kribbelmissempfindungen um den Mund herum bzw. an den Lippen, Verkrampfungen der Hand- und Fußmuskeln begleitet bzw. Folge von einer vermehrten Atemfrequenz)
  • Hirnstammanfälle (schmerzhafte tonische Verkrampfungen der Muskulatur infolge von Schädigungen im Hirnstammbereich)
  • Bestimmte Migräneformen
  • Psychogene Anfälle (durch seelische Konflikte bedingte Anfälle)

Entzündliche Erkrankungen können sich prinzipiell an allen Nervensystemabschnitten abspielen:

  • als Enzephalitis am Gehirn
  • als Meningitis an den Hirnhäuten
  • als Myelitis am Rückenmark
  • als Radikulitis an den Nervenwurzeln
  • als Neuritis an den peripheren Nerven

Sie können durch Viren oder Bakterien oder andere seltene Erreger verursacht sein, wobei die bakterielle, meist eitrige Form durch Kokken oftmals schwerwiegender, manchmal sogar tödlich verlaufen kann.
Hier ist es besonders wichtig, durch rasche Klinikeinweisung die gebotene Behandlung
unverzüglich einleiten zu können. Diese erfolgt meist durch Medikamente und entsprechende Pflegemaßnahmen.

Als chronische, oft schubhaft wiederkehrende autoimmunvermittelte entzündliche Erkrankung am zentralen Nervensystem (ZNS) ist vor allem die Multiple Sklerose bereits bei jüngeren Erwachsenen bekannt und verlangt sowohl akute (sofortige) als auch langfristige Behandlungsmaßnahmen, die heute weit fortgeschrittener als noch vor Jahren sind. Hier ist eine gute Anleitung zur Krankheitsverarbeitung und Anbahnung psychosozialer Hilfestellungen besonders wichtig. Diesem Bedarf stellen wir uns insbesondere mit dem Angebot einer Selbsthilfegruppe für neu an MS Erkrankte, um sowohl dem Informationsbedarf als auch dem nach Unterstützung in der Behandlung nach dem Klinikaufenthalt zu entsprechen.

  • am peripheren Nervensystem: Polyneuropathien, Erkrankungen einzelner peripherer Nerven (u. a. Engpasssyndromen) oder Nervengeflechte, Nervenwurzeln
  • am Muskelapparat: Myopathien erblicher, entzündlicher, immunvermittelter oder sekundärer Genese
  • an der Übertragungsstelle Nerv-Muskel: Myasthenien, myasthene Syndrome

sind Erkrankungen an mehreren peripheren Nerven. Zahlreiche Grunderkrankungen und äußere Einflüsse können zu einer Polyneuropathie führen.
Für fast die Hälfte aller Neuropathien sind jedoch Diabetes mellitus und Alkohol verantwortlich. Die Patienten klagen über Missempfindungen (Kribbeln, Brennen, Ameisenlaufen), Schmerzen, „burning feet“, Reißen, Stechen und Muskelkrämpfe.
Viele ertragen wegen einer Überempfindlichkeit der Haut die Berührung der Bettdecke nicht, einige verspüren eine ständige Unruhe in den Beinen („restless legs“). Häufig werden ein Schwankschwindel und Gangunsicherheit angegeben.
Bei Beteiligung der motorischen Nerven treten Lähmungen und Muskelschwund, bei Störung der autonomen Nerven,
z. B. Veränderungen des Schwitzens, der Haut, der Nägel oder auch der Blutdruck- und Pulsregulation auf.
Zur Ursachenaufklärung sind neben der Vorgeschichte (Medikation, Toxinexposition, Begleiterkrankungen, Familienanamnese) und klinischer Untersuchung, Elektrophysiologie,
laborchemische Bestimmung von Blut, Serum, Liquor, ggf. auch die Entnahme von Gewebeproben (Nerv, Muskel, Schleimhaut) und molekulargenetische Untersuchung erforderlich.
Bei bestimmten Erkrankungen kann eine spezifische Behandlung durchgeführt werden.
Dies gilt v. a. für immunvermittelte und erregerbedingte Polyneuropathien. Auch eine gute Blutzuckereinstellung oder Beseitigung von Mangelerscheinungen (Vitamin B12) können als ursächliche Behandlung gesehen werden. Häufig wird man sich darauf beschränken müssen, durch unspezifische Maßnahmen Schmerzen und unangenehme Missempfindungen zu beseitigen.
Bei Lähmungserscheinungen sollte frühzeitig und konsequent physiotherapeutisch behandelt werden.

und andere myasthene Syndrome beruhen auf einer Störung der neuromuskulären Erregungsübertragung bei intaktem Nerv und Muskel.
Leitsymptom der MG ist eine abnorme Ermüdbarkeit belasteter Muskelgruppen, die in der zweiten Tageshälfte oft stärker ausgeprägt ist. Bei mehr als der Hälfte der Patienten beginnt die Erkrankung als Schwäche der Augenmuskeln mit Herabhängen des oberen Augenlides und Doppelbildern.
Unbehandelt kommt es zur Ausbreitung auf andere Muskelgruppen mit Beteiligung der Kau- und Schlundmuskulatur (Kau- und Schluckstörung), der Atemmuskulatur (Luftnot) und der Extremitätenmuskulatur (abnorme Ermüdung proximaler Muskelgruppen unter Belastung). Verschlimmerungen können bei Infektionen, Operationen, Einnahme bestimmter Medikamente und bei Frauen in der Schwangerschaft auftreten. Selten manifestiert sich die MG akut unter dem Bild einer myasthenen Krise mit lebensbedrohlicher Luftnot und hochgradigen Lähmungen.
Die Diagnosestellung ist relativ einfach. Neben der Anamnese gehören dazu die körperliche Untersuchung, der Edrophonium-Test, die laborchemische Bestimmung von Antikörpern, die Elektrophysiologie (Dekrement-Test) und ein Thorax-CT oder -MRT zum Nachweis eines Thymoms (Tumor des Thymus).
Zur Behandlung der Myasthenia gravis stehen verschiedene Therapeutika zur Verfügung (Cholinesterasehemmer, Immunsupressiva), durch deren kombinierte Anwendung den Patienten fast immer ein weitgehend normales Leben ermöglicht wird. Bei Patienten < 50 Jahren wird grundsätzlich eine Thymektomie (Entfernung des Thymus) empfohlen.
Ein manifestes Thymom sollte immer entfernt, ggf. auch radiochemotherapiert werden.

bilden eine Gruppe von Erkrankungen der quergestreiften Muskulatur. Sie werden in sogenannte primäre Myopathien, die ursächlich auf einer Erkrankung  der Muskulatur beruhen, Myopathien bei anderen Grunderkrankungen (z. B. Stoffwechselerkrankungen) und sonstige Myopathien (Alkoholmyopathie, arzneimittelinduzierte Myopathien) eingeteilt.
Eine weitere wichtige Gruppe stellen die entzündlichen Myopathien (Polymyositis, Dermatomyositis) dar.
Leitsymptom aller Myopathien ist eine Muskelschwäche. Diese kann generalisiert auftreten oder nur bestimmte Muskelgruppen betreffen. Als weitere Symptome können Schmerzen, Krämpfe und Muskelatrophie auftreten. Anamnese und Verteilungsmuster sind wichtig für die Diagnosestellung. Der klinische Verdacht kann unter anderem durch die Elektromyographie erhärtet und in einer Muskelbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) ggf. molekulargenetisch bestätigt werden.
Eine spezifische Therapie ist nur bei bestimmten Erkrankungen, wie z. B. bei entzündlichen Myopathien, Stoffwechselerkrankungenen (Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung) möglich. Größtenteils muss man sich auf symptomatische Maßnahmen (Physiotherapie, Hilfsmittelversorgung) beschränken.

Die neurodegenerativen Erkrankungen sind eine vielgestaltige Gruppe von verschiedenen Krankheitsbildern mit einem gemeinsamen wichtigen Merkmal – dem Nervenzelluntergang. Diesem liegen zahlreiche, zum Teil auch wissenschaftlich ungeklärte, krankhafte Stoffwechselprozesse unterschiedlichster Natur und Herkunft zugrunde. Die auslösenden Ursachen sind bei den meisten nur teilweise bekannt oder völlig unbekannt. Bei manchen dieser Krankheiten werden auch genetische Voraussetzungen diskutiert. Die gemeinsamen Folgen sind die Zerstörung des Nervenzellstoffwechsels und später der Zelltod.
Daraus resultieren Funktionsstörungen in verschiedenen Bereichen des Zentralnervensystems. Die letzten zeigen je nach der betroffenen Zellregion bzw. ausgefallenen Zellfunktionen auch sehr verschiedene klinische Äußerungen.

Dazu gehören u. a. Erkrankungen, wie z. B.

  • Alzheimer-Krankheit, die vorwiegend mit Befall der Hirnrindenzellen mit zunehmender Hirnleistungsminderung einhergeht
  • die amyotrophische Lateralsklerose, die durch Untergang von motorischen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark entsteht, die für die Funktion der Muskeln verantwortlich sind und zur Entwicklung von Lähmungen und Muskelschwund führt
  • die Parkinson-Krankheit, bei der ein veränderter Muskelwiderstand und Bewegungsverarmung im Vordergrund stehen, manchmal mit einem Ruhetremor („Zittern“) verbunden
  • die Multisystematrophien, die sich klinisch mit einer Kombination von Parkinson-Symptomen, Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen und recht selten auch mit Hirnleistungsminderung gestalten

Durch den Ausfall der Zellfunktionen einer Zellgruppe können oft Symptome von verschiedenen anderen Bereichen des Gehirns oder des Rückenmarks auftreten, zumal die Nervenzellen im Zentralen Nervensystem (ZNS) nicht isoliert, sondern nur in enger Verbindung und Zusammenarbeit mit anderen Nervenzellen und durch Austausch von Botenstoffen (Neurotransmittern) das Funktionsgleichgewicht des ZNS bzw. des Körpers steuern können.

Entsprechend der unbekannten Ursachen ist auch keine ursächliche Behandlung möglich, sondern nur eine, die die zellschädigenden Mechanismen oder deren Folgen beeinflusst. Das heute mögliche Ziel ist den Zelluntergang zu verlangsamen, falls möglich zu stoppen und die nicht betroffenen Nervenzellverbände zu schonen, um einen weiteren Untergang zu verhindern. Zurzeit verfügt die medizinische Wissenschaft, insbesondere bei rechtzeitiger Untersuchung, aber über verschiedene Mittel, um die Lebensqualität der Betroffenen zumindest zu verbessern.

Diese zeigen sich durch veränderte Bewegungsabläufe, die zumeist in tieferen Gehirnstrukturen (in den sogenannten Basalganglien) verursacht sind.
Je nach Art der Schädigung resultieren abnorme unwillkürliche Bewegungsstörungen, verminderte Beweglichkeit mit vermehrtem Muskelwiderstand oder aber auch mit vermehrten Muskelkontraktionen
einhergehende willkürliche oder unwillkürliche Bewegungsabläufe (Dystonien).

Beispiele sind verschiedene Parkinsonsyndrome, bei denen es zu einer erheblichen Bewegungsverarmung, einer erhöhten Muskelsteifigkeit (Rigor) mit ruckartigem Widerstand und einem rhythmischen Händezittern in Ruhe (Ruhetremor) kommen kann.

Im Gegensatz dazu kommt es bei der Chorea Huntington (Veitstanz) zu blitzartig einsetzenden, überschießenden Bewegungen und ständiger Bewegungsunruhe.

Bei den Dystonien, die erst in den letzten Jahren dank der Fortschritte in der Molekulargenetik immer häufiger als neurologische Erkrankungen erkannt werden, kommt es zu unwillkürlichen tonischen Verkrampfungen einzelner Muskelgruppen, die heute in vielen Fällen  mit Botulinumtoxin erfolgreich behandelt werden können.
Hierfür bieten wir eine Sprechstunde („Dystonie-Ambulanz“) an, in der sich Betroffene nach Voranmeldung und Überweisung vom Hausarzt, Nervenarzt, Augenarzt oder Orthopäden vorstellen und behandeln lassen können.
Auch im Bereich spastischer Bewegungsstörungen wenden wir seit Jahren erfolgreich Botulinumtoxin, eingebettet in ein Programm aus Physio- und Ergotherapie, an.

Neben dem Zittern bei Parkinson gibt es weitere Tremorerkrankungen (Tremor = unwillkürliches Zittern von Extremitäten oder des Kopfes), die entweder isoliert und nur bei bestimmten Bewegungen, Aktionen oder kombiniert mit anderen Krankheitszeichen auftreten, wie beispielsweise der sogenannte essentielle oder auch der aktionsgebundene und dystone Tremor.

Der Schmerz ist eine komplexe Schmerzempfindung, oft mit starker seelischer Komponente. Im einfachsten Fall wird die Erregung von Schmerzrezeptoren über spezielle Nervenbahnen an das zentrale Nervensystem weitergeleitet und führt zur Schmerzwahrnehmung.

Akuter Schmerz tritt im Rahmen eines akuten Ereignisses, beispielsweise eines Traumas,
einer Operation oder bei Migräne auf. Die Dauer liegt im Bereich von Tagen bis Wochen
(weniger aber als 4 Wochen).
Von chronischem Schmerz spricht man dann, wenn die Beschwerden länger als 6 Monate anhalten. Schmerzzustände sind für den Körper erlernbar.
Wiederholt auftretende Schmerzen führen dabei zu intensiviertem und längerem Schmerzempfinden, da dabei die Schmerzschwelle herabgesetzt wird. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit Medikamenten wichtig.

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Befindlichkeitsstörungen.
Sie werden wahrscheinlich nur noch von Rückenschmerzen übertroffen.
Es ist daher nicht ungewöhnlich, hin und wieder Kopfschmerzen zu haben.

Folgende Kopfschmerzen können u.a. unterschieden werden:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Clusterkopfschmerz
  • medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Rückenschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben
In 80 von 100 Fällen lassen sich keine krankhaften körperlichen Veränderungen finden.
Krankheitsbilder, die zu Rückenschmerzen führen, sind:

  • Wirbelbrüche (z. B. bei Osteoporose)
  • Bandscheibenveränderungen mit Bandscheibenvorfällen
  • Verengung des Wirbelkanals
  • Entzündungen, z. B. nach Herpes-Zoster- bzw. während Borrelieninfektion …
  • Tumore der Wirbel

Vor allem bei bewegungsunabhängigen Rückenschmerzen muss auch an internistische Erkrankungen gedacht werden. Atemabhängige Schmerzen können durch eine Rippenfellentzündung, belastungsabhängige Schmerzen durch eine koronare Herzkrankheit und nahrungsabhängige Schmerzen durch Fehler in der Ernährung ausgelöst werden.

Jeder Behandlung sollte eine gezielte und krankheitsspezifische Untersuchung vorangehen.
Hierfür haben wir in den letzten Jahren ein modernes neurophysiologisches Labor
aufgebaut, welches uns umfangreiche Untersuchungsmöglichkeiten bietet:

Elektrophysiologische Verfahren

EEG = Elektroencephalogramm
Die EEG ist eine Methode zur Messung der elektrischen Gehirnströme.
Auf die Kopfhaut werden Metallplättchen (Elektroden) aufgesetzt (meist 21).
Zwischen jeweils zwei Elektroden werden in verschiedenen Kombinationen die elektrischen Spannungsunterschiede gemessen, mit einem speziellen Gerät
verstärkt und schließlich als Hirnstromwellen aufgezeichnet. Dieses elektrische Potenzial bauen die Nervenzellen selbst auf. Es ist Zeichen ihrer Aktivität
und Funktionstüchtigkeit. Die Ableitung erfolgt bei uns ausschließlich mit papierlosen digitalen Systemen.
Am Abend vor der Untersuchung sollte sich der Patient die Haare waschen, dabei kein Haarspray oder -gel verwenden und möglichst keine Schlaf- oder
Beruhigungsmittel einnehmen.

ENG = Elektroneurographie
Bei der ENG wird die elektrische Leitfähigkeit anhand der gemessenen Nervenleitgeschwindigkeiten bestimmt. Letztere ist bei bestimmten Nervenerkrankungen vermindert. Außerdem kann die neuromuskuläre Überleitung bestimmt werden und damit die Übertragung eines Nervenimpulses auf die Muskulatur beurteilt werden.

EMG = Elektromyographie
Bei diesem technischen Untersuchungsverfahren wird die natürliche, elektrischeAktivität eines Muskels gemessen und liefert Hinweise darauf, ob der Muskel selbst erkrankt ist oder der Nerv, der diesen Muskel mit Information versorgt, nicht ausreichend funktioniert.

2-Kanal-EMG/Tremoranalyse
Sie dient der Aufzeichnung von Tremorpotentialen und dystoner Entladungen mit dem Ziel, eine Zuordnung und Ableitung eines entsprechenden Therapieschemas zu ermöglichen.

EP = Evozierte Potentiale
Die Ableitung evozierter (=hervorgerufener) elektrischer Aktivität über der Hirnrinde durch Stimulation verschiedener Nervenbahnsysteme (sensibles, motorisches System, Sehbahn, Hörbahn). Da die Antworten der Signale noch 1 000 Mal kleiner als EEG-Potenziale sind, ist eine Verstärkung durch Computer und optimale Entspannung des Patienten notwendig.

Reflexuntersuchungen
OOR = Orbicularis-Oculi-Reflex = Blinkreflex
Masseterreflex

Autonome Funktionsprüfungen wie:
SSR = Sympathische Hautantwort
Hf-Varianzanalyse
Schellong-Test
NHST = Ninhydrin-Schweißtest
Minor’scher Schweißtest

Hirnleistungstests
MMST, DemTect und SKT

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind
Liquordiagnostik (Nervenwasseruntersuchung)
CT = Computertomografie
MRT = Magnetresonanztomografie
Myelografie = Darstellung der am Rückenmark befindlichen Liquorräume mit Kontrastmittel
Post-Myelo-CT
DSA = Digitale Subtraktionsangiografie
PTA = Perkutane transluminale Angioplastie

Hier werden vor allem Erkrankungen des zentralen Nervensystems, z. B.:

  • Zustand nach Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Querschnittslähmungen
  • Multiple Sklerose oder Parkinson-Syndrom

behandelt. Diese weisen in der Regel sehr umfangreiche Störungsbilder auf, die sich vergleichsweise langsam und nur selten vollständig zurückbilden.

Eine ergotherapeutische Behandlung in diesem Fachbereich beinhaltet z. B.:

  • Hemmung und Abbau krankhafter Haltungs- und Bewegungsmuster, Erlernen und Üben normaler Bewegungen
  • Umsetzung und Verinnerlichen von Sinneswahrnehmungen
  • sensorische Integration
  • Verbesserung von Störungen der Grob- und Feinbewegungen
  • Verbesserung von Gleichgewichtsfunktionen
  • Verbesserung von neuropsychologischen Defiziten und Einschränkungen, der geistigen Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit, Gedächtnis oder Lese-Sinn-Verständnis, das Erkennen von Gegenständen oder das Erfassen von Räumen, Zeit und Personen
  • Erlernen von Ersatzfunktionen
  • Entwicklung und Verbesserung der Fähigkeiten unter anderem in den Bereichen der Gefühlssteuerung, der Affekte oder der Kommunikation
  • Training von Alltagsaktivitäten im Hinblick auf die persönliche, häusliche und berufliche Selbständigkeit
  • Beratung bezüglich geeigneter Hilfsmittel und Änderungen im häuslichen und beruflichen Umfeld, eventuell Anpassung von Hilfsmitteln

Um die oben beschriebenen Ziele zu erreichen, greift die Ergotherapie auf verschiedene
Behandlungsansätze zurück, wie zum Beispiel: Jean Ayres, Bobath, Affolter, Johnstone, PNF, Perfetti, Catillo Morales und Weitere.

Grundprinzip der Physiotherapie ist es, auf den Organismus Reize auszuüben, die in seiner natürlichen Umwelt bereits vorhanden sind. Solche Reize können z. B. die Einwirkung von Wärme oder Kälte sein oder die Ausführung bestimmter aktiver oder passiver Bewegungen.
Alle diese Reize kennt der Organismus bereits aus dem Alltag. Im Unterschied dazu wirken die Reize in der Physiotherapie jedoch nicht zufällig und ungezielt auf den Organismus ein, sondern bewusst gesteuert und zielgerichtet. Ein Beispiel dafür ist die örtliche Anwendung von Kälte bei Entzündungsvorgängen.

Diese Reize sollen eine aktive Antwort des Organismus hervorrufen. Die Antworten stammen aus dem natürlichen Spektrum der körperlichen Reaktionen. Ganz automatisch antwortet beispielsweise die Haut auf einen Kältereiz zunächst mit Blässe, später reaktiv mit Röte und Erwärmung. Solche natürlichen Reaktionen steuert das unwillkürliche Nervensystem. Muss es immer wieder auf denselben Reiz antworten, wird sich in seiner Antwort früher oder später etwas verändern. Um therapeutisch wirksam zu werden, muss der Reiz jedoch mehr als einmal einwirken – er muss möglichst serien-, d. h. kurmäßig zum Einsatz kommen. Neben der direkten Antwort und der Veränderung dieser Antwort im Laufe der Zeit haben die physiotherapeutischen Verfahren meist auch noch indirekte Wirkungen. So kann z. B. die wiederholte Anwendung von Wärme- und Kältereizen im Wechsel den Körper gegen Erkältungen abhärten.

Die Logopädie der Neurologischen Klinik findet ihr Tätigkeitsfeld hauptsächlich in den drei Bereichen:

  • Schluckstörungen
  • Sprech- und Sprachstörungen
  • Lähmungen im Gesichts- und Mundbereich

Ein Schwerpunkt ist die Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen.
Dafür werden neben der klinischen Schluckuntersuchung durch erfahrenes Fachpersonal auch modernste apparative Diagnostikverfahren, wie transnasale Endoskopie (Betrachten der Schluckorgane mittels Optik über einen Schlauch durch die Nase) und Videofluoroskopie (Betrachten des Schluckvorganges durch Röntgen) eingesetzt.

Die Logopädie ermöglicht bei neurologisch bedingten Sprech- und Sprachstörungen, wie z. B. dem Schlaganfall, einen möglichst frühen Therapiebeginn, um eine optimale Rehabilitation zu sichern. Dies trägt wesentlich zum Erhalt und zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit unserer Patienten bei.

Ebenso sind bei Lähmungen im Gesichtsbereich eine schnelle Intervention und frühzeitige Stimulation der betroffenen Nerven durch den erfahrenen Logopäden ein Grundstein für die schnelle Reaktivierung der Muskelfunktionen.

WEITERE INFORMATIONEN

Station N1
Haus 2, 2. Obergeschoss

Neurologische Sprechstunde
Haus 3, Untergeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 15 68

Ambulanz für Dystonien/Bewegungsstörungen

  • Donnerstag von 10.00 bis 13.30 Uhr nach Terminvereinbarung
  • Überweisungsschein vom Hausarzt, Neurologen, Psychiater, Augenarzt und Orthopäden

Ambulanz für spezielle Therapieformen bei Multipler Sklerose und autoimmunvermittelten Polyneuropathien

  • nach Terminvereinbarung
  • Überweisung vom Neurologen notwendig

Ambulanz für neurologische Funktionsdiagnostik

  • nach Terminvereinbarung
  • Überweisung vom niedergelassenen Neurologen/Nervenarzt notwendig
  • Durchführung von ENG/EMG, evozierten Potentialuntersuchungen, EEG-Ableitungen, autonome Funktionsdiagnostik auf Überweisung von niedergelassenen Fachärzten (Neurologen, Nervenärzten, Psychiatern/Psychotherapeuten)

Bevor Sie Ihren Termin in unserer neurologischen Sprechstunde wahrnehmen, bitten wir Sie um Anmeldung im Erdgeschoss bei unserer Zentralen Patientenanmeldung!

Ansprechpartner unter (0 34 45) 72 15 68 sind unsere MTA’s Schwester Ina Klamm, Frau Andrea Schröder und Frau Claudia Schumer.

– zur vorstationären Untersuchung
Notwendigkeit eines Einweisungsscheines vom Hausarzt
erfolgt nach vorheriger tel. Terminabsprache, ggf. durch den Einweiser,

– zum Aufnahmetag der stationären Aufnahme
Notwendigkeit eines Einweisungsscheines vom Hausarzt
Bitte bis 09:00 Uhr, nicht nüchtern, möglichst mit allen Vorbefunden (Arztbriefen, Datenträgern – MRT/CT) nach zentraler Anmeldung im Erdgeschoss auf der Station N1 melden.

– zu Medikamenteneinnahme
bitte alle Medikamente wie bisher weiter einnehmen, einschließlich am Morgen der Aufnahme, falls nicht anders vereinbart

– zur Weiterbehandlung
diese wird in den meisten Fällen durch den Hausarzt oder zuständigen Facharzt im niedergelassenen Bereich erfolgen, nur bei speziellen Krankheitsbildern, für die in o. g. Ambulanzen eine Ermächtigung besteht, besteht die Möglichkeit am Krankenhaus ambulant zu behandeln

SEP (somatosensibel evozierte Potentiale) – Untersuchung und Zuordnung von Gefühlsstörungen durch Erkrankungen der sogenannten somatosensiblen Leitungsbahnen des peripheren Nervensystems, des Rückenmarks und der sensiblen Hirnrinde.

MEP (motorisch evozierte Potentiale) – Untersuchung der peripheren und zentralen motorischen Nervenbahnen mittels Magnetstimulation. Motorische Bahnen sind Nervenfaserpopulationen, welche die Kraftentfaltung vermitteln. Diese Untersuchung kann z. B. bei MS, Myelopathien, ALS, spinalen Tumoren etc. angewendet werden. Der Vorteil ist, dass die Ableitung absolut schmerzfrei und daher auch bei Kindern gut anwendbar ist. Kontraindiziert ist die Untersuchung bei Epilepsie in der Vorgeschichte und bei Herzschrittmacherträgern.

VEP (visuell evozierte Potentiale = Untersuchung der Sehbahnen) – Durch alternierende Schachbrettstimulation vermittelte Stimulation der Sehbahn. Wird in der Neurologie bei MS und anderen entzündlichen Erkrankungen des ZNS eingesetzt. Diese Untersuchung verlangt die Mitarbeit (Fixationsbereitschaft) des Patienten.

FAEP (akustisch evozierte Potentiale – Untersuchung der Hörbahn) – Fernpotentiale der Hörbahn in ihrem peripheren und zentralen Verlauf. Eingesetzt bei Verdacht auf Hirnstammläsionen oder Erkrankung der Cochlea und des Hörnerven. Weitere Anwendung findet sie zur Überwachung von Patienten mit erhöhtem Hirndruck bei drohender Einklemmung.
Kann auch beim bewusstlosen Patienten durchgeführt werden.

OOR (Blinkreflex) – Elektrophysiologisches Korrelat eines physiologischen Schutzreflexes,
welcher über den N. trigeminus stimuliert, im Hirnstamm umgeschaltet und
über den N. facialis durch eine Muskelkontraktion beantwortet wird.
Erfasst Läsionen/Störungen im Trigeminus-Facialis-Reflexsystem und im Bereich des Pons und der Medulla oblongata.

Masseterreflex – Ebenfalls ein Schutzreflex der über den N. trigeminus stimuliert
und beantwortet wird. Es können Läsionen im oberen Pons und Mesencephalon nachgewiesen werden.

ENG (Elektroneurografie) – Hier werden mit geringfügigen, nicht gesundheitsschädlichen
Stromimpulsen Ableitungen mittels Oberflächenelektroden Nervenleitgeschwindigkeiten
als Maß für die Leitfähigkeit und damit Intaktheit von peripheren motorischen und sensiblen Nerven bestimmt. Durch verschiedene Stimulationsmethoden lassen sich sowohl körperferne als auch körpernahe Nervenabschnitte und sogar Störungen im Bereich der motorischen Nervenendigungen beurteilen. Diese wird vor allem in der Untersuchung von Polyneuropathien (Schädigung vieler peripherer Nerven), Radikulopathien (Nervenwurzelschädigungen), Plexusläsionen (Armgeflecht- oder Beingeflechtuntersuchungen) und der Myasthenie (Erkrankung an der Übertragungsstelle zwischen Nerv und Muskel) eingesetzt. Warme und saubere Extremitäten (Füße) erleichtern wesentlich die Untersuchung und lassen objektive Aussagen zu.

EMG (Elektromyografie) – Ist die Untersuchung mittels dünner Nadelelektroden zur Erfassung nervbedingter oder muskelbedingter Erkrankungen. Ähnlich wie bei der ENG besteht ein breites Indikationsfeld z. B. zum Nachweis von axonalen Polyneuropathien, Radikulopathien, Motoneuronerkrankung und vor allem Myopathien, Myositiden und Muskeldystrophien. Sie ist sehr zeitaufwendig und bei fehlender Entspannung zuweilen ein leicht schmerzhaftes Verfahren, jedoch mit sehr hohem diagnostischen Aussagewert. Ein kooperativer Patient ist Vorraussetzung. Bei laufender Antikoagulation ist die Untersuchung nur eingeschränkt mit der Angabe des aktuellen Quickwertes möglich.

EMG/Tremoranalyse
 – Sie dient der Aufzeichnung von Tremorpotentialen
und dystoner Entladungen mit dem Ziel, eine Zuordnung und Ableitung eines entsprechenden Therapieschemas zu ermöglichen.

  • SSR – Sympathische Hautantwort (sympathic skin response)
  • Hf-Varianzanalyse – Verhalten der Herzfrequenz in verschiedenen Situationen.
  • Schellong-Test – zur Hypotoniediagnostik
  • NHST – Ninhydrin-Schweißtest
  • Minor’scher Schweißtest – Nachweis einer autonomen Neuropathie
  • Mini-Mental-State
  • DemTect
  • SKT
  • sowie mehrere spezielle Untersuchungen für MS-Erkrankte

Diese erlauben die Erfassung hirnorganischer Beeinträchtigungen

Duplex – Dies ist eine Kombination von Farb-Doppler- und Ultraschall-Bild-Verfahren
zur genauen Quantifizierung und qualitativen Beschreibung von Verengungen hirnversorgender
Gefäße außerhalb des Schädels, einschließlich der Beurteilung der Oberflächenbeschaffenheit der Gefäßinnenwand.

CW-Doppler – Verfahren zum Nachweis von Einengungen oder Verschlüssen hirnversorgender Gefäße innerhalb des Schädels durch Aufzeichnung akustischer Dopplersignale und Darstellung der Flussprofile mittels verschiedener Ultraschallsonden. Erfassung von indirekten Hinweisen auf intracranielle Gefäßstenosen durch Darstellung von Kollateralkreisläufen.

TCD – Verfahren zur Untersuchung von Gefäßveränderungen innerhalb der Schädelkalotte (Stenosen, Verschlüsse, Gefäßspasmen).

Wir helfen!

Sie haben weitere Fragen?

Saale-Unstrut Klinikum Naumburg

Humboldtstraße 31
06618 Naumburg
Telefon: (0 34 45) 72 – 0

Georgius-Agricola Klinikum Zeitz

Lindenallee 1
06712 Zeitz
Telefon: (0 34 41) 7 40 – 0

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Was ist ein Notfall?

+ Schwere & lebensbedrohliche Erkrankungen

+ Bei Verdacht auf Schlaganfall, Herzinfarkt:
Rettungsdienst unter Tel. 112 kontaktieren!

+ Beispiele: Unfall-, Brandverletzung / Trauma, Knochenbrüche / Hoher Blutverlust / Kopfverletzung / Vergiftung, Sepsis / Herzinfarkt, Hirninfarkt

Notaufnahme | Naumburg

Notaufnahme (Akutversorgung)
Haus 3, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 11 60
Telefax: (0 34 45) 72 11 65

Aufnahmestation (10 Betten)
Haus 2, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 20 20

Notaufnahme | Zeitz

Notaufnahme (Akutversorgung)
Hausteil 200, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 41) 74 04 41
Telefax: (0 34 41) 74 04 98

Aufnahmestation (10 Betten)
Haus 2, Erdgeschoss
Telefon: (0 34 45) 72 20 20

Wir sind für Sie da!

Vielen Dank für Ihr Vertrauen in unser Krankenhaus!
Unsere Notaufnahme ist sieben Tage in der Woche 24 Stunden lang für medizinische Notfälle geöffnet. Grundsätzlich weisen wir niemanden ab. Wir versuchen unser Möglichstes, um Sie in angemessener Zeit zu untersuchen und, falls notwendig, zu behandeln.

Wonach richtet sich die Wartezeit?
Jeder, der in unsere Notaufnahme kommt, wird möglichst umgehend erstuntersucht, um herauszufinden, wie dringlich der Versorgungsbedarf ist. Medizinische Notfälle werden als erste versorgt. Bei weniger starken Beschwerden und Schmerzen müssen Sie mit Wartezeiten rechnen. Diese können wir nicht beeinflussen, da wir neu eintreffende schwerwiegendere Notfälle vorziehen müssen.

Was ist ein Notfall?
Ein medizinischer Notfall besteht immer, wenn eine umgehende Behandlung erforderlich ist – etwa bei starker Atemnot, Bewusstlosigkeit, stark blutenden Wunden, Herzbeschwerden, Verdacht auf Schlaganfall, Lähmungserscheinungen, Schwangerschaftskomplikationen, Vergiftungen und starken Schmerzen.

Was passiert, wenn kein Notfall vorliegt?
Ergibt die Erstuntersuchung, dass kein akuter Notfall vorliegt, müssen wir Sie an einen Haus- oder Facharzt weiterverweisen. Die Behandlung ist nicht zeitkritisch und daher von niedergelassenen Ärzten in der Praxis zu erbringen. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Behandlung bei niedergelassenen Ärzten zu erfolgen hat und Krankenhäuser dafür nicht zuständig sind.

Was ist, wenn die Arztpraxen keine Sprechstunde haben?
In den sprechstundenfreien Zeiten, z.B. nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen, steht der Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter Telefon 116 117 zur Verfügung.

Bitte gehen Sie mit Beschwerden, die keine umgehende Behandlung benötigen, während der regulären Sprechstundenzeiten zum Haus- oder Facharzt oder wenden Sie sich in den sprechstundenfreien Zeiten an den Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116 117!

Sie helfen uns damit, dass sich unser Notaufnahmepersonal um akute Notfälle kümmern kann und dass unnötige Wartezeiten vermieden werden.

Laden Sie HIER das Infoblatt herunter.