Bis zu 400 Babys kommen jährlich im Zeitzer Klinikum zur Welt. Werdende Mütter aus Zeitz, Weißenfels, Altenburg und dem Raum Gera schätzen die familiäre Atmosphäre und die vertrauensvolle Betreuung durch die Hebammen. An diesem Erfolgsrezept soll sich auch künftig nichts ändern, trotzdem müssen die Geburtshelferinnen auf veränderte Bedingungen reagieren. Dafür werden sie ab Oktober in einem Pool zusammen arbeiten. Der übernimmt, was bislang jede von ihnen alleine stemmte.

Die Veränderung ist unausweichlich, um das Angebot vor Ort aufrecht erhalten zu können. Die Geburtshelferinnen bereiten sich nämlich selbst auf Nachwuchs-Suche vor. „Wir sind in unserem Team inzwischen alle 50plus“, schildert Pool-Sprecherin Barbara Walter, die seit 20 Jahren Gebärende am Klinikum begleitet. „Wir werden nicht jünger, aber die Jungen, die nach uns kommen sollen, können wir mit unserem bisherigen Modell nicht mehr erreichen.“ Denn was für werdende Mütter komfortabel ist – jede wird von der Hebamme begleitet, die sie auch schon in Sprechstunden und Kursen kennengelernt hat – heißt in der Praxis für die Geburtshelferinnen nahezu ständige Rufbereitschaft. „Eine Geburt lässt sich nicht takten, also sind wir im Grunde immer auf dem Sprung.“ Damit könne man heute keine neuen Hebammen  mehr gewinnen.

Und so wird also der neue Pool funktionieren: Jeweils eine Hebamme wird über 24 Stunden als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Tagsüber ist sie in der Klinik zu erreichen, in den Abend- und Nachtstunden wird sie hinzugerufen, sobald eine Frau in die Geburtsklinik kommt. „Sie ist damit auch noch rechtzeitig da, um die Frau auch schon vor dem Kreißsaal zu begleiten“, sagt Barbara Walter. Ab Oktober gehören vier Hebammen zu dem Pool, ab Januar verstärkt eine fünfte das Team. Alle anderen Angebote der freiberuflichen Hebammen wird es weiter wie gewohnt geben; Hebammensprechstunden, Geburtsvorbereitungskurse und natürlich die Nachsorge.

„Wir sind alle erfahrene Hebammen, die ihren Beruf lieben. Die Frauen können sich weiterhin bestens betreut fühlen“, verspricht Barbara Walter.