Rico Hildwein ist neuer Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am SRH Klinikum Zeitz. Mit dem gebürtigen Bornaer setzt das Krankenhaus auf ein Führungs-Talent aus den eigenen Reihen.

„Ich bin ein Zeitzer Urgestein des Klinikums“, sagt der gerade mal 41-jährige Hildwein schmunzelnd. Tatsächlich hat er seit Beendigung seines Medizinstudiums 2006 im Klinikum Burgenlandkreis gearbeitet. Lediglich während der Facharzt-Ausbildung zum Kardiologen wechselte er dreieinhalb Jahre ins Herzzentrum Leipzig. Am Ende hat er sich in 14 Jahren vom Assistenz- zum Chefarzt entwickelt, das ist ein Karriereweg, der so nicht geplant war und den man so nicht planen kann. Rückblickend griff eins ins andere: Als Vorgänger Dr. Stephan im Sommer 2020 zu seinem vormaligen Arbeitgeber zurückkehrte, übernahm Hildwein als leitender Oberarzt die Aufgabe des Chefarztes kommissarisch. Er bewährte sich in einer Zeit, in der die Insolvenz zwar vorüber, aber nicht alle Folgen überstanden waren. Der neue Träger SRH setzte fortan Vertrauen in den Kardiologen. Bei Hildweins tagte unterdessen der Familienrat. „Leicht habe ich mir die Entscheidung nicht gemacht, aber das Klinikum in Zeitz ist mir wichtig“, sagt der zweifache Familienvater und übernahm die Verantwortung. Er ist nicht nur ein exzellenter Arzt, seine Besetzung verspricht auch Stabilität nach einer unruhigen Zeit.  „Unsere Stärke sind flache Hierarchien und ein gutes Team, in dem sich alle kennen“, sagt der Chefarzt. „Trotz der hohen Arbeitsbelastung ziehen alle mit, weil sie einfach die Notwendigkeit sehen.“

An der Entwicklung der Klinik für Innere Medizin hängt viel – auch für das gesamte Krankenhaus. Denn Internisten arbeiten fachübergreifend mit Anästhesisten, Chirurgen, Geriatern zusammen. So ist die erste Aufgabe, die Leistungsfähigkeit der Klinik, die gerade in der Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung unerlässlich ist, zu erhalten und auszubauen. 36 Betten hat allein der Bereich der Kardiologie. Hildwein selbst ist Spezialist für die Implantation von Schrittmachern und Defibrillatoren, in einer Sprechstunde bietet er auch Nachsorge an und führt 800 Kontrollen im Jahr durch. Das ist und bleibt eine wichtige Anlaufstelle für die Region.

Den zweiten großen Bereich der Klinik, die Gastroenterologie, stellt Rico Hildwein gerade neu auf. Mit Dr. André Groß hat ein neuer leitender Oberarzt das Ruder übernommen. Der Internist, der zuvor in den Kliniken Altenburg und Werdau arbeitete, weiß, vor welcher Herausforderung er steht. Die technischen Voraussetzungen seien gut, jetzt gelte es, personelle Verstärkung zu finden, um das Leistungsangebot zu sichern und perspektivisch auszuweiten.