Leistungen

Besonderheiten unseres Konzepts

Die Art und Weise, wie wir im Burgenlandkreis mit immer knappen Ressourcen unsere Versorgungsaufgabe, nämlich die klinische Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, zu lösen versuchen, unterscheidet sich in manchen Aspekten von Konzepten, die andernorts praktiziert werden. Diese Besonderheiten möchten wir Ihnen gern erläutern und kurz begründen:

„Innere Sektorisierung“

Wir haben die Klinik regionsbezogen aufgeteilt in „Sektoren“. Wir erhoffen uns davon Vorteile

  • für eine enge Kooperation mit den einweisenden und weiterbehandelnden Ärzten, die hier im Haus feste und konstante Ansprechpartner finden sollen
  • für die regionale Kooperation mit ambulanten und komplementären Diensten
  • und für die Betreuungskonstanz im Fall einer Wiedereinweisung möglichst in personeller Kontinuität.

Zugleich steuern wir die Belegung aller Stationen im Sinne einer optimalen Auslastung.

„Durchmischte Belegung“

Wir verfügen über Kompetenz auf den Gebieten Allgemeinpsychiatrie, Suchtmedizin, Gerontopsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Sozialpsychiatrie, Konsiliarpsychiatrie, forensische Psychiatrie, Allgemeinmedizin, Schmerztherapie, Psychoonkologie und Palliativmedizin. Nach spezialisierten Stationen suchen Sie bei uns allerdings vergeblich. Wir haben uns aus gutem Grund entschlossen, die Stationen nach Geschlecht, Alter und Diagnosen „durchmischt“ zu belegen. Wir erhoffen uns davon Vorteile

  • bezüglich der Stationsatmosphäre – im Sinne von Normalität
  • für die Weiterbildung unserer Mitarbeiter, vor allem der Ärzte in Weiterbildung und der Psychologischen Psychotherapeuten in Ausbildung, die lange Zeit auf einer Station bleiben können und trotzdem das ganze Spektrum psychischer Erkrankungen auch im Verlauf kennen lernen
  • bezüglich der Vermeidung einseitiger Belastungen und der Burnout-Prophylaxe.

Trotzdem erhalten alle Patienten eine an ihr Krankheitsbild angepasste, individuelle und spezialisierte Behandlung.

Geschützte Stationen

Wir haben auf drei der fünf Bettenstationen die Möglichkeit, zwangseingewiesene und mit richterlicher Genehmigung gegen ihren Willen festgehaltene Patienten bei Bedarf geschlossen unterzubringen. Die geschützten Bereiche der Stationen PSY-1A, PSY-2A und PSY-3A sind klein und überschaubar (jeweils sechs Patienten), aber sehr geräumig. Wenn eine Überwachung oder eine geschlossene Unterbringung nicht mehr erforderlich ist, kann die Behandlung im offen geführten Teil der gleichen Station in personeller Kontinuität fortgesetzt werden.

Integrierte teilstationäre Behandlung

Bevor die Krankenhausbehandlung beendet werden kann, muss in vielen Fällen mit einem gestuften Vorgehen geprüft werden, ob die Alltagstauglichkeit wieder gegeben und eine Rückkehr in das soziale Umfeld möglich ist.
Deshalb besteht auf allen Stationen die Möglichkeit der stationsintegrierten teilstationären – tagesklinischen oder nachtklinischen – Behandlung. Deren Intensität und Dauer kann individuell flexibel gestaltet werden bis hin zur „fraktionierten Entlassung“.

Integration psychotherapeutischer Verfahren

Das Bemühen um einen verstehenden Zugang zum seelischen Erleben unserer Patienten bildet ein Element der therapeutischen Grundhaltung, das alle Mitarbeiter der Klinik miteinander verbindet. Wir sehen Psychotherapie nicht als Alternative zur psychiatrischen Behandlung, sondern als integralen Bestandteil. Deshalb werden auf allen Stationen niedrigschwellig zugängliche psychotherapeutische Angebote vorgehalten.

Wir machen deshalb auch keinen Unterschied zwischen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, sondern integrieren beide Fachgebiete unter einem Dach.

Die Mitarbeiter der Klinik verfügen – je nach Schwerpunkt der individuellen Aus- und Weiterbildung – über Kompetenzen in Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, klientenzentrierter Psychotherapie und systemischer Paar- und Familientherapie. Auch Methoden der katathym-imaginativen Psychotherapie und der dialektisch-behavioralen Psychotherapie kommen zum Einsatz.

Sozialpsychiatrisch-rehabilitative Orientierung

Vom Tag der Krankenhaus-Aufnahme an sehen wir unsere Aufgabe darin, alle Voraussetzungen zu schaffen, damit die Patientin oder der Patient das Krankenhaus wieder verlassen kann. Über Diagnostik und Therapie hinaus gilt es herauszufinden, welche Hilfen nötig sind, damit die Kranken in ihr soziales Umfeld zurückkehren, dort zurechtkommen und ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Die ressourcenorientierte Ermittlung des individuellen Hilfebedarfs ist die Basis für die Vorbereitung von rehabilitativen Maßnahmen, Hilfen zur Teilhabe und pflegerischer Unterstützung – in enger Zusammenarbeit mit den im Burgenlandkreis verfügbaren ambulanten und komplementären Einrichtungen und Diensten. Einen Arbeitsschwerpunkt bildet die Klärung der sozialrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen in der Zusammenarbeit – und manchmal in der Auseinandersetzung – mit Kostenträgern und Behörden.

„Gemäßigter Paternalismus“

Das höchste Ziel psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung sehen wir stets darin, dass unsere Patienten Gebrauch von ihrer persönlichen Freiheit machen und ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen können. Das entbindet uns nicht von der Verantwortung, auch dann Hilfe zu leisten, wenn Patienten ihre Freiheit an die Krankheit verloren haben. Dem Spannungsbogen zwischen Selbstbestimmungsrecht und Fürsorgepflicht versuchen wir gerecht zu werden.

Behandlung aller Formen schwerer psychischer Störungen

  • organische psychische Störungen
  • Störungen durch psychotrope Substanzen
  • Schizophrenien und wahnhafte Störungen
  • affektive Störungen
  • neurotische und somatoforme Störungen
  • Belastungsreaktionen
  • Essstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • psychische Störungen bei geistig behinderten Patienten

Behandlungsformen

  • Psychopharmakotherapie
  • partieller Schlafentzug
  • neuroelektrische Therapie (in Narkose)
  • Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und systemische Paar- und Familientherapie einzeln und in Gruppen
  • AT und PMR als Entspannungsverfahren
  • erlebensaktivierende Methoden
  • Beschäftigungs- und Arbeitstherapie (Ergotherapie)
  • Musiktherapie, Kunsttherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Soziotherapie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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