Informationen für Einweiser

  • Die Aufnahme von Notfällen und von Patienten mit akuten chirurgischen Erkrankungen erfolgt über die zentrale Rettungsstelle.
  • Jeden Dienstag findet in der Zeit von 10.00 bis 14.00 Uhr eine Einweisungssprechstunde statt, in der die Patienten vom Chefarzt persönlich über die Behandlungsmöglichkeiten und das geplante operative Vorgehen informiert werden.

Spezielle Behandlungsmöglichkeiten bei Tumorerkrankungen:

Ösophagusentfernung bei Speiseröhrenkarzinom

Bei Patienten mit Ösophaguskarzinom führen wir eine vollständige Entfernung der Speiseröhre, einschließlich der umliegenden Lymphknoten, des Lymphstranges und der Azygos-Vene durch – eine sogenannte
en bloc-Ösophagektomie. Aus dem verbleibenden Magen bilden wir nach einer japanischen Operationstechnik einen Schlauch, der die fehlende Speiseröhre vom Hals bis in den Bauchraum überbrückt (Technik nach Akiyama). Dazu werden der Brustkorb, der Bauchraum und der Hals eröffnet. Wir legen sehr großen Wert auf die genaue Entfernung der Lymphknoten und des übrigen Umgebungsgewebes, weil davon die Langzeitprognose des Patienten im entscheidenden Maße abhängt.

Pankreaschirurgie

Bei Patienten mit Tumoren der Bauchspeicheldrüse, aber auch bei entzündlichen Veränderungen, die häufig mit chronischen Schmerzen einhergehen, führen wir Resektionen und Drainageoperationen oder beides in Kombination durch. Bei Karzinomen des Pankreaskopfes wenden wir die kephale partielle Duodenopankreatektomie nach Kausch-Whipple an oder führen die Pankreaskopfresektion in ihrer pyloruserhaltenden Version als Technik nach Traverso-Longmire aus. Auch bei organüberschreitendem Wachstum z. B. mit Infiltration in die Pfortader nehmen wir eine Erweiterung der Operation nach Fortner unter Mitentfernung von Pfortadersegmenten vor. Bei benignen Prozessen des Pankreaskopfes ist uns die duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion in der Technik nach Beger oft möglich. Bei chronisch entzündlichen Prozessen wenden wir die Verfahren nach Partington-Rochelle, eine laterale Drainageoperation, das Verfahren nach Itzbicki, eine laterale Drainageoperation mit zusätzlicher V-förmiger Parenchymresektion, oder die Technik nach Frey, eine Kombination von duodenumerhaltender Pankreaskopfresektion und lateraler Drainageoperation an.

Transanale endoskopische Mikrochirurgie (TEM)

Mit Hilfe der transanalen endoskopischen Mikrochirurgie sind wir in der Lage, größere gutartige Geschwülste des Enddarms, aber auch bösartige Tumoren im Frühstadium schonend zu entfernen. Diese sehr hochentwickelte Technik erlaubt es, die Tumoren ohne Eröffnung des Bauchraumes und ohne Anlage eines künstlichen Darmausganges zu entfernen. Wir verwenden dazu ein in Tübingen entwickeltes Gerät, das durch den Anus (normaler Darmausgang) eingeführt wird. Durch diesen Operationskanal wird der Tumor dargestellt und abgetragen. Je nach Notwendigkeit werden ein Darmwandsegment vollständig oder nur bestimmte Schichten der Darmwand entfernt. Die Ränder werden mit kleinsten Instrumenten wieder dicht vernäht. Durch ein besonderes Lupensystem, das Ähnlichkeit mit einem Mikroskop hat, ist es möglich, die Operation unter starker Vergrößerung durchzuführen. Die Patienten können nach wenigen Tagen aus der stationären Behandlung entlassen werden.

Tiefe anteriore Rektumresektion mit totaler mesorektaler Exzision (TME)

Bei bösartigen Tumoren des Mastdarms, bei denen die TEM nicht mehr möglich ist, erfolgt die Entfernung des betroffenen Mastdarmabschnittes unter Mitnahme des Lymphgewebes, der Lymphknoten und des umgebenden Mesorektums in einer Technik nach dem britischen Chirurgen Heald unter spezieller Schonung der Nervenfasern, die für die Funktion der Harnblase und der Geschlechtsfunktion notwendig sind.

Metastasenchirurgie

Bei Metastasen in der Leber z. B. infolge eines Kolonkarzinoms sind wir in der Lage, diese Metastasen durch Exzisionen oder Leberresektionen, aber auch durch Thermoablationsverfahren, zu entfernen

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