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Behandlung bei Aussackungen der Schlagadern (Aneurysmen)

Arterielle Gefäßerweiterungen (Aneurysmen) bleiben meist trotz allmählich zunehmender Größe über lange Zeit symptomfrei. Die Hauptgefahr besteht darin, dass ein Aneurysma platzen kann (Ruptur), was in vielen Fällen zum Tod durch innere Verblutung führt.

Aus zahlreichen Studien weiß man, dass die Rupturgefahr bei einem Maximaldurchmesser unter 4 cm sehr gering ist, weshalb in solchen Fällen in der Regel die Erkrankung nur fachärztlich langfristig beobachtet wird.

Da ab einem Durchmesser von 5 cm die Rupturgefahr deutlich ansteigt, sollte man ab diesem Zeitpunkt das Aneurysma behandeln.

Ob bei einem Durchmesser zwischen 4 und 5 cm operiert wird oder nicht, wird stets im Konsens mit dem Patienten unter Beachtung vieler Begleitumstände entschieden. Für die Behandlung eines Aortenaneurysmas stehen prinzipiell zwei OP-Verfahren zur Verfügung:

  • die konventionelle offene Operation oder
  • die interventionelle Implantation einer Stentprothese.

Bei der offenen Operation wird über einen Bauchschnitt das Aneurysma ausgeschaltet und durch eine Gefäßprothese aus Kunststoff (Y- oder Rohrprothese) ersetzt.

Bei der interventionellen Operation wird über zwei kleine Leistenschnitte eine Y-förmige Stentprothese über die Beckengefäße in der Aorta platziert und das Aneurysma somit vom Blutstrom ausgeschlossen.

Welches der beiden Verfahren zur Anwendung kommt, hängt von vielen Rahmenbedingungen wie z.B. Patientenalter, Begleiterkrankungen, individuelle Gefäßanatomie, eventuelle Voroperationen im Bauchraum, Wunsch des Patienten etc. ab.

Die Klinik für Gefäßchirurgie nimmt seit 10 Jahren freiwillig am Projekt „Qualitätsmanagement Aortenaneurysma“ der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie teil.

Behandlung bei Durchblutungsstörungen der Beine

Durchblutungsstörungen der Beine werden in vier verschiedene Stadien unterteilt:

  • Stadium I der Beschwerdefreiheit
  • Stadium II mit Schmerzen beim Laufen, die beim Stehen nachlassen(sog. Schaufensterkrankheit)
  • Stadium III mit Ruheschmerzen im betroffenen Bein sowie
  • Stadium IV mit Nekrosen, Ulzerationen oder Geschwüren am betroffenen Bein

Die Therapie richtet sich also immer nach dem Ausmaß der Durchblutungsstörungen.

Im Vordergrund steht allerdings immer die Behandlung der Risikofaktoren Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Bluthochdruck.

Im Stadium der Schaufensterkrankheit sollte stets mit Gehtraining, ggf. ergänzt durch Medikamente behandelt werden. Bei schmerzfreien Gehstrecken unter 200 m und bei hohem Leidensdruck des Patienten können Eingriffe am Gefäßsystem (Bypass, Ballonaufdehnung, Stentimplantation etc.) zur Anwendung kommen.

Im Stadium des Ruheschmerzes muss zur Vermeidung des Absterbens von Gewebe unbedingt versucht werden, durch einen Eingriff am Gefäßsystem die Durchblutung zu verbessern.

Im Stadium IV sollte der gefäßchirurgische Eingriff durch die Entfernung des abgestorbenen Gewebes durch eine sparsame Amputation oder Wundsäuberung ergänzt werden.

Eingriffe am Gefäßsystem

  • Auflösung von Gerinnseln (Lysetherapie) in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie.
  • Wiederherstellen der Strombahn durch das Aufdehnen von Gefäßen mittels Ballonkathetern (PTA), ggf. ergänzt durch die zusätzliche Implantation von Metallgittern im Gefäß (Stent). Auch hier arbeiten wir eng mit der Klinik für Radiologie zusammen.
  • Gezielte Ausschaltung von Nerven, die zu einer Gefäßverengung beitragen (Sympaticolyse).
  • Wiederherstellen der Strombahn durch einen operativen Eingriff (Ausschälplastik), bei dem das betroffene Gefäß eröffnet und der für den Verschluss verantwortliche Kalkplaque entfernt wird. Die anschließende Gefäßnaht erfolgt selten direkt, meist wird zur zusätzlichen Gefäßerweiterung ein ovalärer „Flicken“ (Patch) aus Kunststoff oder körpereigener Vene eingenäht. Im Anschluss an die Operation fließt das Blut somit wieder durch das ursprüngliche Gefäß.
  • Bypassverfahren sind in der Regel bei längeren Verschlussstrecken erforderlich. Voraussetzung hierfür ist einerseits ein qualitativ gutes Gefäßsegment oberhalb der Verschlussstrecke, von dem das Blut abgeleitet werden kann, andererseits aber auch ein ausreichend gutes Gefäß unterhalb der Verschlussstrecke, in welches das Bypassblut abgeleitet werden kann. Nach einer Bypassoperation fließt das Blut somit vom noch offenen Gefäß kurz vor dem Verschluss in den Bypass (englisch für Umleitung), um unterhalb der Verschlussstrecke wieder in das offene Beingefäß geleitet zu werden. Als Bypassmaterialien kommen sowohl körpereigene Venen als auch Ersatzgefäße aus Kunststoff routinemäßig zur Anwendung. Entscheidungskriterien hierfür sind zum einen die betroffene Gefäßregion, aber auch die vorgefundenen individuellen Gefäßverhältnisse.

Eingriffe an den Halsschlagadern

Die operative Ausschälplastik mit zusätzlicher Gefäßerweiterung durch eine Flickennaht (Patch)
gilt als Standard-Methode mit guten Behandlungsergebnissen und ausgezeichneten Langzeitresultaten. Über einen Schnitt an der betreffenden Halsseite wird  die Operation am verengten Gefäß durchgeführt. Der Eingriff ist nur wenig belastend und gewährleistet in der Regel eine sehr rasche Genesung.

In seltenen Fällen, die sich stets im Ergebnis der interdisziplinären Diskussion im Rahmen unseres Gefäßzentrums herauskristallisieren, bietet die Katheterbehandlung Vorteile, weshalb auch diese Methode in unserem Zentrum zur Anwendung kommt.

Bei beiden Behandlungsmethoden kann es sehr selten zu Schlaganfällen im Rahmen des Eingriffs als Komplikation kommen. Die Gefahr eines Schlaganfalls bei Verengungen über 70% ist ohne Operation allerdings wesentlich höher!

Seit 10 Jahren unterzieht sich die Klinik für Gefäßchirurgie einer freiwilligen Qualitätskontrolle bezüglich der Carotiseingriffe bei der Deutschen Gesellschaft für Gefäß­chirurgie bzw. der Landesärztekammer Sachsen-Anhalt.

Behandlung von Krampfaderleiden

  • Kompressionsbehandlung mit medizinischen Kompressionsstrümpfen unter Beachtung entsprechender Verhaltensregeln.
  • Verödungsbehandlung (Sklerosierung), d. h. Verschluss der betroffenen Venen durch ein in das Gefäß eingespritztes Medikament.
  • Operation der Krampfadern durch selektive Entfernung einzelner Seitenäste über winzige Hautschnitte mit gleichzeitiger gezielter Unterbindung defekter Venenklappen.
  • Operation der Krampfadern durch Venenstripping im Falle erkrankter Stammvenen.
  • Operation der Krampfadern durch Radiofrequenztherapie(VNUS), als minimalinvasive Behandlungsalternative bei oberflächlichem venösem Rückfluss. Hierbei wird durch den Einsatz radiofrequenter Energie Hitze erzeugt, die die erkrankte Stammvene verschließt und somit die Ursache bestehender Krampfadern behandelt.
  • Eingriffe bei Beingeschwüren („offenes Bein“): Nach Sicherung einer venösen Ursache der Erkrankung und erfolgloser Kompressions- und Wundbehandlung muss eine operative Sanierung der zugrunde liegenden Varikosis sowie eine Längsspaltung der bindegewebigen Muskelhülle des Unterschenkels in Erwägung gezogen werden.

Ergänzt wird dieser Eingriff in der Regel durch eine radikale Entfernung allen kranken Gewebes im Geschwür mit anschließender Deckung des Defektes durch eine Hautverpflanzung.

Die Kompressions- und Verödungsbehandlung wird stets im Rahmen der Gefäßsprechstunde ambulant durchgeführt. Die operativen Eingriffe mit Ausnahme der Behandlung der Unterschenkelgeschwüre können bis zu einem Patientenalter von ca. 65 Jahren in der Regel ambulant erfolgen. Hierfür steht ein eigens für ambulante Operationen vorhandener OP- und Aufwachbereich zur Verfügung.
Im Anschluss an die Operationen muss für sechs Wochen ein Kompressionsstrumpf getragen werden (in der ersten Woche Tag und Nacht, weitere fünf Wochen nur tagsüber).

Anlage von Dialysezugängen

Bei Versagen beider Nieren ist eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) für den betroffenen Patienten lebensnotwendig. Dabei muss über eine relativ großkalibrige Kanüle aus einer Vene Blut entnommen werden, welches dann in ein entsprechendes Gerät („künstliche Niere“) geleitet wird. Das so gereinigte Blut wird dem venösen System anschließend über eine zweite Kanüle wieder zugeführt.

Um einerseits einen ausreichenden Blutfluss und damit eine effektive und schnelle Dialyse zu ermöglichen, andererseits die sehr empfindlichen Venen möglichst über Jahre punktierbar zu erhalten, wird eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene angelegt.

Hierfür gibt es zwar eine Reihe von Standardoperationen, die bei den meisten Patienten auch Anwendung finden können. Bei schwierigen Gefäßsituationen sowie bei Patienten mit bereits zahlreichen entsprechenden Voroperationen werden an den Operateur allerdings hinsichtlich seiner Improvisationsfähigkeiten und Erfahrung hohe Anforderungen gestellt. In besonderen Fällen müssen auch Kunststoffersatzgefäße Anwendung finden und gelegentlich erforderliche Dialysekatheter im Schulterbereich implantiert werden.

Da unsere Klinik für Gefäßchirurgie auf Grund sehr breiter, langjähriger Erfahrungen diesem hohen Maß an Anforderungen in vollstem Umfang gerecht wird, versorgen wir routinemäßig zwei ambulante und eine stationäre Dialyseeinrichtung mit den erforderlichen Fistel- bzw. Shuntoperationen. Darüber hinaus sind wir auf diesem Spezialgebiet aber auch häufig Ansprechpartner für zahlreiche weitere Dialyseeinrichtungen in Sachsen-Anhalt im Falle spezieller Probleme bzw. Operationen

weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

Behandlung von Lymphabflußstörungen

Bei ausgerägten Lymphödemen, die ambulant nicht beherrschbar sind, wird im Rahmen eines stationären Aufenthaltes eine komplexe Entstauungstherapie angeboten. Diese beinhaltet eine mehrfach täglich durchgeführte manuelle und maschinelle Lymphdrainage, eine individuell angepasste Kompressions-und Physiotherapie sowie, sofern gewünscht, eine professionelle Diätberatung.
Eine begleitende Ursachendiagnostik ist selbstverständlich.

Behandlung von Mikrozirkulationsstörungen und entzündlichen Gefäßerkrankungen (Vaskulitis)

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